Viel Glas – viel Wärme!

Viel Glas – viel Wärme!

Österreich ist das Epizentrum für Bauweisen mit geringem Heizwärmebedarf – kaum ein Land hat einen ähnlich hohen Anteil an Niedrigenergie- und Passivhäusern! Seit der ersten Ölkrise in den 1970er Jahren hat das Energiesparen beim Heizen eine hohe Priorität.

In den letzten Jahrzehnten hat sich jedoch die Bauweise stark geändert und vor allem der Anteil verglaster Flächen nahm zu, da mit der Entwicklung von Wärmeschutzgläsern der Wärmeverlust im Winter um ca. Faktor 5 reduziert werden konnte. Mit der Entwicklung des Passivhausglases gelang es erstmals Fenster mit einer positiven Energiebilanz auf den Markt zu bringen. Das bedeutet, dass die Nutzung der Sonne im Winter mehr an Wärme liefert als durch die Glasflächen an Heizwärme verloren geht – vorausgesetzt die Fensterflächen sind groß genug und nach Süden orientiert.
Mit anderen Worten – richtig geplante Fenster wirken wie Heizkörper!

Glasflächen sind Heizkörper

Die transparenten Heizkörper – sprich Glasflächen – liefern natürlich auch im Sommer viel Energie; größenordnungsmäßig gelangen ca. 500 W/m2 (abhängig vom Glas und Sonnenstand, wobei vor allem die tief stehende Sonne die höchste Intensität hat) in den Raum. Ein Wohnzimmerfenster mit 4m2 entpuppt sich dann als ein 2kW-Radiator. Würde man diesen Energieeintrag mit mechanischer Kühlung abtransportieren wollen, braucht es dafür mindestens den 3-fachen Energieaufwand und das in Zeiten wo sich alles um Energieeffizienz und CO2-Reduktion dreht!

Die Einstrahlung sollte an heißen Tagen und direkter Sonne jedoch nicht mehr als 50-100 W/m2 betragen, damit die Raumtemperatur nicht kippt! Übrigens kippen – an der Sonnenseite sollten die Fenster nicht gekippt oder geöffnet werden, denn dann gelangt bis zu 60°C warme Luft ins Gebäude – natürlich Lüften sollte Mann, Frau und Kinder daher immer auf der Schattenseite!

Was kann ein guter Sonnenschutz?

Bei drohender sommerlicher Überwärmung benötigen Fenster ein Thermostatventil damit die Sommerheizung nicht voll aufgedreht bleibt und die Wärme erst gar nicht in den Raum gelangt. Ein guter außen montierter Sonnenschutz weist einen Transmissionsgrad oder Öffnungsfaktor von ca. 3% bis 10% auf, damit lässt sich der Energieeintrag um über 85% und mehr drosseln. Innenliegender Sonnenschutz kann durch die Lage hinter dem Glas nur in wesentlich geringerem Maß die sommerliche Überwärmung dämpfen, die Sonnenschutzwirkung ist vergleichbar mit jenem eines Sonnenschutzglases. Im Gegensatz zu Glas sind Rollos, Faltstore und Jalousien wegfahrbar und passen damit das Fenster der Sommer/Wintersituation an.

Wer Angst hat, dass die Fenster trotz effizientem Sonnenschutz keine Ausblick ins Freie mehr bieten, der irrt – moderne Raffstore und Markisen aber auch Rollläden bieten Sommerkomfort mit Durchblick!

Planungstipp – Glas und Sonnenschutz bilden ein System

Über transparente Bauteile gelangt Sonnenenergie und Licht in unsere Gebäude. Die Kraft der Sonne gilt es entsprechend der Jahreszeit zu nützen oder sich vor ihr zu schützen. Tageslicht (Himmelslicht) ist wie die direkte Sonne eine Energiequelle – ohne natürliches Licht gäbe es kein Leben. Da wir uns bis zu 90% des Tages in Gebäuden aufhalten ist es umso wichtiger, dass wir so lange wie möglich Räume mit ausreichend Tageslicht belichten und vor allem in lichtarmen Zeiten nicht gänzlich auf Kunstlicht angewiesen sind. Eine optimale Nutzung des Tageslichtes vor allem in Büros und Schulen lässt den Strombedarf für die künstliche Beleuchtung um 50% und mehr reduzieren – so gesehen ist die Tageslichtnutzung auch eine Form von erneuerbarer Energie, die kostenlos von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang zur Verfügung steht.

Eine gute Verglasung für unsere Klimaregion zeichnet sich somit durch einen hohen Lichttransmissionsgrad aus (TL>70%) und einen sehr guten Wärmedämmwert (U-Wert < 1,1 W/m2K). Die effiziente Außenbeschattung regelt den Energiedurchlassgrades bedarfsgerecht und macht die Glasflächen zu einem passiven Heiz- und Kühlsystem (gKühlen0,6).

1 Kommentar

  1. Pim sagt:

    Vielen Dank für diesen Artikel über Isolierglas. Es ist absolut richtig, dass es in den letzten Jahrzehnten eine Umstellung auf Glas gegeben hat. Das Besondere ist, dass die Wärme im Sommer in Wärme umgewandelt und gespeichert werden kann.

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