Wer Energie spart, spart viel Geld. Wer auf Suffizienz achtet, spart am meisten!

Wer Energie spart, spart viel Geld. Wer auf Suffizienz achtet, spart am meisten!

Wir können nur mit einem radikalen Herunterfahren unseres Konsumverhaltens die Ressourcenverbräuche reduzieren und unsere Klimaschutzziele bis 2050 erreichen. Nur so kann endlich eine gerechte Verteilung über den Globus stattfinden. Alle Sozialforscher sind sich einig: Ein „zu Viel“ macht selten glücklich. Gewollte Reduktion dagegen führt oft zu mehr Lebensfreude und Entspannung.

Wie misst man Suffizienz?

Vorab eine Begriffserklärung: Suffizienz (von lat. sufficere – ausreichen) steht für das Bemühen, möglichst wenig Rohstoffe und Energie zu verbrauchen. Beim Bauen muss die Suffizienz, die gewollte Reduktion, erst einmal als Notwendigkeit anerkannt werden. Als eine nicht technische Strategie lässt sich Suffizienz schwer in Parameter festlegen. Effizienz kann sehr gut im Verbrauch pro Fläche gemessen werden. Konsistenz lässt sich im CO2 Verbrauch eines Gebäudes festhalten. Zahlen zum Festlegen der Suffizienz eines Gebäudes müssten ins Verhältnis gesetzt werden, zum Beispiel in die Relation der verbauten Fläche zur Anzahl der Bewohner.

Täglich 10 Fußballfelder verbaute Grünfläche in Österreich

Wussten Sie, liebe LeserInnen, dass der Wohnflächenbedarf in Österreich laut einer Studie bis 2030 um 15- 25% konstant ansteigen wird – und das bemerkenswerterweise trotz seit langem sinkenden Geburtenraten? Laut gleicher Studie des Umweltbundesamtes liegt der tägliche Verbrauch für Siedlungs- und Verkehrstätigkeit bei 10 Hektar, das sind immerhin 10 Fußballfelder. Der Gesamtflächenverbrauch (inkl. Sportflächen, Abbauflächen usw.) beträgt 24 Hektar (Durchschnitt der 3 Jahres-Periode 2008–2011) und liegt damit noch immer um das Zwanzigfache über dem Reduktionsziel der Nachhaltigkeitsstrategie.

Einfamilienhäuser mit hohem Flächenbedarf

Nahezu 4.450 km² der österreichischen Bundesfläche (oder mehr als zehnmal die Fläche von Wien) sind Bau- und Verkehrsflächen, davon sind mehr als 40 % versiegelt. Drei Viertel der mehr als zwei Millionen Gebäude in Österreich sind Ein- und Zweifamilienhäuser. Im Jahr 2011 waren etwa die Hälfte aller Wohnneubauten Ein- oder Zweifamilienhäuser. Diese Wohnformen benötigen im Vergleich zum Mehrfamilienbau oder anderen verdichteten Bauformen wesentlich mehr Fläche.

Wohnnutzfläche pro Kopf steigt stetig

Betrachten wir die statistische Wohnnutzfläche in Österreich, so fällt auf, dass selbige von 1970 bis 2010 um über 60% gestiegen ist, nämlich von 20 Quadratmeter pro Person auf durchschnittlich 46 Quadratmeter pro Person. Rechnen Sie mal zusammen, wie viele Quadratmeter Ihnen selbst zur Verfügung stehen – und ob es hier nicht schon den ersten Ansatz zur Suffizienz geben sollte.

Es nützt also nichts, wenn Sie in ihrer effizienz- und konsistenzzertifizierten „Ökovilla“ sitzen und diese nach üblichen Maßstäben vollkommen überdimensioniert ist. Auch wenn Sie einen Tesla Roadster in der Garage parken, ist das nicht suffizient.

Bis bald, Günter Pichler

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