Dämmung: Energie sparen – mehr Komfort genießen

Dämmung: Energie sparen – mehr Komfort genießen

In meinen neuen Beitrag erfahren Sie, wie viel Energie und Heizkosten Sie mit der richtigen Dämmung einsparen können und wie Sie mögliche Probleme mit Schimmel in den Griff bekommen.

Dass gute Dämmung bei Häusern sinnvoll ist, darüber braucht man bei kontinuierlich steigenden Energiepreisen nicht lange diskutieren. Die Wärmeverluste einer außenliegenden Wand lassen sich mit einer Innendämmung um 50-70 % reduzieren. Das zahlt sich aus! Und ist auch eine nachhaltige Verbesserung der Bausubstanz. Tauwasserbildung und Schimmelwachstum treten an der Innenoberfläche der Außenbauteile nicht mehr auf. Mögliche Bauschäden durch winterliches Kondensat im Inneren werden durch geeignete Wahl von Baumaterialien und Dämmkonstruktionen vermieden. Zwar wird durch die innen liegende Dämmung auf die Außenwand als Wärmespeichermasse verzichtet, aber mit Innenwänden, Innendecken und Mobiliar bleiben ca. 80 % der Wärmespeichermasse erhalten.

Neue Behaglichkeit in alten Gemäuern

Insbesondere bei älteren Gebäuden stellt sich in der kalten Jahreszeit oft ein unbehagliches Raumklima ein. Kalte Wandoberflächen entziehen dem Körper umso mehr Wärme, je größer die Temperaturdifferenz zur Hautoberfläche ist. Mit der Innendämmung kann die Temperatur an der raumseitigen Wandoberfläche um mehr als 4 °C angehoben werden Dies wirkt sich unmittelbar auf das Wohlbefinden der Bewohner aus. Der entstehende Raumverlust durch die Dämmschicht muss in die Planung mit einbezogen werden.
Außenwände typischer Bestandsgebäude haben einen U-Wert von etwa 1,5 W/m2K (Wärmedurchgangskoeffizient). Mit einer beispielsweise 5 cm starken Innendämmung sind U-Werte von 0,6 W/m2K erreichbar, ohne dass übermäßige Feuchtebelastungen im Inneren der Konstruktion zu befürchten sind. Nicht nur für Häuser mit erhaltenswerter Originalfassade (Denkmalschutz!) ist die Innendämmung ein Weg zu erhöhtem Wärmeschutz.

  • Vorteile Innendämmung –> rasches Wiederanheizen, bequeme Anbringung, geringere Kosten
  • Nachteile Innendämmung –> Sommerlicher Wärmeschutz, Brandschutz, Wohnfläche, Mieterbeeinträchtigung, Wärmebrücken, Tauwasser, Trocknungsverzögerung

Bei einer Innendämmung tragen die Außenwände nicht zum sommerlichen Wärmeschutz bei. Das ist weniger von Bedeutung, wenn ausreichend thermisch massive Innenwände vorhanden sind. Nicht zu vernachlässigen ist der ungünstigere Brandschutz bei Verwendung eines brennbaren Dämmstoffs, z.B.: auf Basis von organischen Schäumen wie Polystyrol- oder Polyurethandämmstoffen.
Die im Brandfall entstehenden giftigen Brandgase können eine starke Gefährdung bedeuten.

Was bedeutet das für die Praxis bei der Umsetzung?

Trotz erfolgreicher rechnerischer Nachweise muss ein System in der Praxis funktionieren. Das Prinzip der diffusionsoffenen, kapillaraktiven Innendämmung weist eine Reihe von Vorteilen auf, die sich insbesondere in der Praxis bewährt haben. Dazu zählt die positive Wirkung auf das Raumklima ebenso wie die große Toleranz gegenüber Ausführungsfehlern.

Keine Angst vor Schimmel…

Auf keinen Fall darf warme, feuchte Raumluft hinter die Innendämmung gelangen.
Denn die Wand ist nun, aufgrund der Innendämmung, kälter als vorher. Das heißt, dass die Luftfeuchtigkeit aus dem Raum dort kondensieren würde. Das Ergebnis ist eine nasse und höchstwahrscheinlich schimmelige Wand.

Wärmebrückenthematik

Eine perfekte Dämmung ohne Wärmebrücken gibt es (eigentlich) nicht. Man kann bei einer Außendämmung viele potentielle Wärmebrücken einfach überdämmen. Das gelingt bei einer Innendämmung meistens nicht. Dort wo Decken und Innenwände auf eine von innen gedämmte Außenwand stoßen, wird auch Wärme nach außen geleitet. Diesen Effekt kann man zumindest teilweise mindern, indem man die Innendämmung an der Decke oder an einer Innenwand ein Stück weiterführt. Wen die Stufe auf der Wand stört, kann auch abgeschrägtes Dämmmaterial verwendet werden. Dann ist der Übergang zur ursprünglichen Wand optisch etwas sanfter.

Eine nachträgliche Innendämmung führt bei niedrigen Außentemperaturen zu einer Absenkung der Temperatur der Außenwand. Da älteren Bauten die Decken und Innenwände meist ohne thermische Trennung an diese Außenwand angebunden sind, ist damit in Außenwandnähe auch deren Temperatur zum Teil deutlich erniedrigt. Die Innendämmung bewirkt unter den zugrunde gelegten Außenklimabedingungen eine Absenkung der Oberflächentemperatur auf der Innenseite des Mauerwerks auf etwa 4°C. An der raumseitigen Dämmstoffoberfläche beträgt die Temperatur dagegen 17°C.
Bei einer Raumluftfeuchte von 50 % rel. Feuchte ergeben sich hier unkritische Oberflächenfeuchten von 60 %. Da die Innenwandoberfläche über die Außenwand abgekühlt wird, ergibt sich am Übergang zum gedämmten Bereich eine deutlich abgesenkte Oberflächentemperatur von lediglich 10 °C. Die Folge ist eine Oberflächenfeuchte von 95 %! Schimmelpilzwachstum ist damit vorprogrammiert.
Dieses Problem kann durch eine Dämmung von Teilbereichen der Innenwand (bzw. Decke) gelöst werden. Dazu gibt es natürlich auch optisch ansprechendere Lösungen, wie z.B.: die Verwendung von Dämmstoffkeilen.

In meinem nächsten Beitrag erfahren Sie, wie Sie mögliche Tauwasserproblematik in den Griff bekommen – und wie Sie mit einer Innenraumdämmung die Austrocknung nach innen weitgehend unterbinden können.

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