Richtig Dämmen: Dampfbremse, Kapillaraktive Innendämmsysteme & Co im Überblick

Richtig Dämmen: Dampfbremse, Kapillaraktive Innendämmsysteme & Co im Überblick

Innenraumdämmung hilft, Energie zu sparen, und verbessert den Wohnkomfort. Lesen Sie im Überblick, was Sie bei der Planung von Innendämm-Maßnahmen berücksichtigen sollten.

Es ist unbedingt auf eine luftdichte Ausführung aller Bauteile und Anschlussbereiche zu achten. Hohlräume im Bereich der Dämmung sind zu vermeiden. Weiche Dämmstoffe lassen sich besser an eventuelle Wandunebenheiten anpassen als harte Platten.

  • Innendämmungen erhöhen die Gefahr der winterlichen Tauwasserbildung hinter der Dämmung und verringern das Austrocknungspotential der Wand. Deshalb sollten bei Bedarf nur moderate Dampfbremsen (sd ≈ 2 m) und keine Dampfbremsen mit sd > 10 m verwendet werden. Kapillaraktive Innendämmsysteme, wie z.B.: Calziumsilikatplatten können eine stärkere Tauwasserbildung verhindern. Aufgrund ihrer geringeren Dämmwirkung sind hier im Vergleich zu den klassischen Dämmstoffen größere Schichtdicken erforderlich.
  • Innendämmungen führen zu einer Absenkung des Temperaturniveaus in der dahinter liegenden Außenwand. Eine größere Dämmschichtdicke bewirkt zwar einen besseren Wohnkomfort durch höhere Temperaturen der raumseitigen Oberfläche, gleichzeitig aber eine entsprechend niedrigere Temperatur des Mauerwerks. Sind weitere Feuchtebelastungen vorhanden, wie z.B.: eine hohe Schlagregenbeanspruchung, steigt das Frostschadensrisiko. Demzufolge sind zusätzliche Regenschutzmaßnahmen vorzusehen.
  • Innendämmungen reduzieren den Wärmedurchgang durch die Gebäudehülle nicht im gleichen Maß, wie das bei Außendämmungen der Fall ist, da die Verluste über Wärmebrücken überproportional zunehmen. Dämmschichtdicken über 6 cm (R > 1,5 m2K/W) sind deshalb nur selten energetisch sinnvoll. Außerdem erhöhen sie das Feuchteschadensrisiko.

Die Innendämmung besitzt im Vergleich zur Außendämmung nicht nur Nachteile. Neben den geringeren Kosten hat sie auch einige bauphysikalische Vorteile:

  • Bei temporär genutzten Gebäuden (z.B.: Versammlungsräumen, Kirchen) können Raumluft und innere Oberflächen rasch und ohne großen Energieaufwand aufgeheizt werden.
  • Durch die hohen Speichermassen im Bereich der Fassaden wird dem zunehmenden Problem von Algenwachstum bei Außendämmungen vorgebeugt.
  • Die Innendämmung kaschiert die bei Bestandsgebäuden manchmal anzutreffenden Aufputzinstallationen.
  • Von wenigen Ausnahmen abgesehen ist bei bestehenden Gebäuden eine Innendämmung aus energetischer und hygienischer Sicht besser als gar keine Dämmung. Zur Vorbeugung von Feuchteschäden sind bei Innendämm-Maßnahmen die richtige Materialauswahl sowie eine sorgfältige Planung und Ausführung unabdinglich.

Diffusionsoffene, kapillaraktive Innendämmsysteme haben den Vorteil, dass sie das Raumklima aufgrund ihrer Feuchtepuffereigenschaften positiv beeinflussen können. Sie ermöglichen das Austrocknen der Bestandskonstruktion nach innen und können bei der Ausführung durchaus als fehlertolerant bezeichnet werden.
Leider ist bis heute kein einfacher rechnerischer Nachweis verfügbar, der die positiven Erfahrungen mit kapillaraktiven Dämmsystemen auch dem bauphysikalischen Laien zugänglich macht.

1 Kommentar

  1. helga sagt:

    Wo soll dann die Null-Linie verlaufen? Dies wird sehr hilfreich für uns bei den Sanierungsarbeiten des Dachstuhls im Elternhaus. Vielen Dank im Voraus!

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