Algenenergie, ja bitte!

Algenenergie, ja bitte!

Öl und Gas werden in naher Zukunft Mangelware sein, das ist weithin bekannt. Schon allein deshalb arbeiten Forscher und Wissenschaftler kontinuierlich an neuen Lösungen für unsere Energieversorgung. Der Mikroalge wird dabei eine besondere Stellung eingeräumt, denn von ihr erhoffen sich die Experten ein wahres Energiewunder. Der Grundstein für das weltweit erste Gebäude mit integrierter Bioreaktorfassade wurde bereits gelegt…

Für die Produktion von Biomasse soll die Alge bereits jetzt fünf- bis zehnmal effizienter sein als Mais, Raps oder andere Pflanzen. Um Erdöl mit Energie aus Pflanzen zu ersetzen, würden die vorhandenen Ackerflächen auf der Welt ohnehin nicht ausreichen.
Der Vorteil der Mikroalgen ist, dass sie keine wertvollen Ackerflächen verbrauchen und somit nicht in direkter Konkurrenz zur Nahrungsmittelkette stehen.

Energie aus dem Bio-Reaktor

In speziellen Bioreaktoren vermehren sich die fünf Mikrometer kleinen Einzeller sehr schnell und können große Mengen Energie erzeugen. Algenreaktoren sind geschlossene Systeme in Form von Glasröhren, Platten oder Säulen, in denen freischwimmende Mikroalgen eingesetzt werden. Vorteil der Reaktoren ist, dass eine deutlich vergrößerte Oberfläche besteht, so dass mehr Licht einfallen kann. Zudem können die biologischen Bedingungen besser kontrolliert werden wodurch gegenüber dem natürlichen Prozess pro Fläche ein Vielfaches an CO2 gebunden werden kann. Das für die Kultivierung notwendige CO2 stammt aus Verbrennungsprozessen. Aus Algenbiomasse lässt sich Synthesegas und daraus Methan gewinnen.

Weltpremiere

Im Rahmen der internationalen Bauausstellung in Hamburg wurde nun der Grundstein für das weltweit erste Gebäude mit integrierter Bioreaktorfassade gelegt. In Glaselementen werden Mikroalgen gezüchtet, die unter Sonneneinstrahlung und unter Zugabe von CO2 und Flüssignährstoffen Biomasse und Wärme für die Beheizung der Innenräume liefern. Die Algenfassade ist weltweit die erste ihrer Art.

Vielleicht werden auch bald bei Ihnen, liebe LeserInnen, die Algen an der Fassade wachsen, bis bald, Günter Pichler

1 Kommentar

  1. Dr.-Ing. Ulf Pfeifer sagt:

    Wann wird dieses System voraussichtlich auch als „Aussenputz“ für Altbauten verfügbar sein?

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