Österreichs Unternehmen wollen schärfere Klimaziele
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Österreichs Unternehmen wollen schärfere Klimaziele

Im Klimaschutz sind wir alle gefragt – Politik, Wirtschaft und jeder einzelne Konsument. Was die österreichischen Unternehmen über Klimawandel, Umweltschutz und Nachhaltigkeit denken und welche Maßnahmen sie bereits umsetzen, zeigt eine aktuelle Studie. Die Studie liefert spannende Ergebnisse – auch im Hinblick auf die am 26. November startende, für ein Kyoto-Folgeabkommen entscheidende Weltklimakonferenz in Doha.

Was denken österreichische Unternehmen über Klimawandel, Umweltschutz und Nachhaltigkeit, und welche Maßnahmen setzen sie bereits um? Das zeigt eine aktuelle Studie der Unternehmensplattform WWF CLIMATE GROUP in Kooperation mit dem Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG. Befragt wurden 137 Unternehmen aller Branchen und Größen in ganz Österreich. Die Studie liefert spannende Ergebnisse – auch im Hinblick auf die am 26. November startende, für ein Kyoto-Folgeabkommen entscheidende Weltklimakonferenz in Doha.

Großes Einsparungspotential

Der Klimawandel schreitet stetig voran. Immer mehr Menschen und natürliche Lebensräume sind von den Folgen der Erderwärmung bedroht. Um diese Entwicklung zu stoppen, darf die durchschnittliche Lufttemperatur weltweit nicht über zwei Grad Celsius ansteigen. Das wird nur gelingen, wenn die Industrieländer ihre jährlichen CO2-Emissionen bis 2050 drastisch reduzieren. Der WWF fordert in seinem „Energy Report“ 100 Prozent Erneuerbare Energie bis 2050. Wirtschaftsunternehmen spielen dabei eine zentrale Rolle. Denn durch ihre Geschäftstätigkeit tragen sie zu einem nicht unerheblichen Maß zum CO2-Ausstoß bei, weisen aber andererseits meist auch hohe und effektive Reduktions¬potentiale auf.

Bereits das dritte Jahr in Folge zeigt die Studie „Wirtschaftsbarometer Klimaschutz 2012“ von WWF CLIMATE GROUP und KPMG den Klimaschutz Status Quo der österreichischen Unternehmen auf und belegt den dringenden Handlungsbedarf seitens der Politik. 98 Prozent der befragten heimischen Unternehmen vermissen klare nationale politische Vorgaben. Gefragt sind folglich dringend verbindliche CO2-Reduktionsziele, klare Rahmenbedingungen für die Wirtschaft und effektive politische Maßnahmen.

Wirtschaft will schärfere Klimaziele

85 Prozent der Studienteilnehmer erachten es für sinnvoll, die Klimaschutzziele auf EU-Ebene zu verschärfen und die CO2 -Reduktion von 20 auf 30 Prozent bis zum Jahr 2020 anzuheben. Die Hälfte dieser Befragten allerdings nur unter der Voraussetzung, dass keine Wettbewerbsnachteile gegenüber Nicht-EU-Staaten (USA, China, Indien etc.) entstehen. Die Erreichbarkeit der internationalen Klimaschutzziele wird von den heimischen Unternehmen allerdings pessimistisch eingeschätzt. Nur 20 Prozent halten es für realistisch, den Klimawandel unter der entscheidenden Zwei-Grad-Celsius-Grenze zu stabilisieren und so die schlimmsten Folgen für Menschen und Natur zu verhindern. Mehr als die Hälfte (58 Prozent) stuft diese Begrenzung des durchschnittlichen globalen Temperaturanstiegs um maximal zwei Grad Celsius bis zum Jahr 2050 als schwer erreichbar ein.

Ökologische Nachhaltigkeit rentiert sich

Insgesamt 80 Prozent der Studienteilnehmer sind davon überzeugt, dass sich gelebte ökologische Nachhaltigkeit in ihrem Unternehmen auch wirtschaftlich rentiert – u.a. durch neue Marktchancen, Ressourcen- und Energieeinsparungen. Integrierte Nachhaltigkeitsprogramme mit quantitativen Zielen und klaren Verantwortlichkeiten sind aber noch nicht der Normalfall. Erst 37 Prozent der befragten Unternehmen können diese vorweisen. In diesen Firmen ist Nachhaltigkeit ein Teil der Unternehmensstrategie. Das Nachhaltigkeitscontrolling erfolgt bereits auf hohem Standard mittels Key Performance Indicators, regelmäßiger Updates an die Geschäftsführung und externer oder interner Datenprüfungen.

In der Mehrheit der Unternehmen ist das Nachhaltigkeitsprogramm noch nicht so fortgeschritten, es gibt vorwiegend qualitative Ziele. Sieben Prozent der Unternehmen geben an, derzeit gar kein Nachhaltigkeitsprogramm umzusetzen. Was hingegen positiv auffällt: Nachhaltigkeitsthemen gewinnen auf Geschäftsführungsebene einen zunehmenden Stellenwert. In 74 Prozent der befragten Unternehmen liegt die höchste Verantwortung für Nachhaltigkeit bei der gesamten oder einem Mitglied der Geschäftsführung.

Hauptanreiz für Nachhaltigkeitsprogramme: „Das Richtige tun“

Die drei wichtigsten Anreize für nachhaltiges Handeln im Unternehmen sind laut Studie die eigenen Unternehmenswerte und die Absicht „Das Richtige zu tun“ (57 Prozent), gefolgt von den positiven Auswirkungen auf die Mitarbeiter (41 Prozent) und den Interessen von Aufsichtsrat, Eigentümern oder Investoren (39 Prozent). Nicht börsennotierte Unternehmen beurteilen den Druck von Eigentümerseite fast doppelt so hoch (44 Prozent) als börsennotierte Unternehmen (22 Prozent). Für jeweils mehr als ein Drittel der Befragten zählen Reputations- und Brand-Management sowie Innovations- und Chancenmanagement zu den drei relevantesten internen Faktoren für nachhaltiges Handeln.

Die Studie „Wirtschaftsbarometer Klimaschutz 2012“ finden Sie zum Download auf wwf.at/presse

WWF CLIMATE GROUP: Grüne Lösungen aus der Wirtschaft
Die WWF CLIMATE GROUP ist eine der bedeutendsten privaten Klimaschutzinitiativen Österreichs. Die Plattform klimafreundlicher Unternehmen wurde 2007 vom WWF gegründet. Zu den aktuell acht Mitgliedern in Österreich zählen das Einrichtungsunternehmen IKEA, der Finanzdienstleistungskonzern Allianz, das Telekommunikationsunternehmen A1 Telekom Austria, der Getränkehersteller Pfanner, der internationale Technologiekonzern Fronius, der Drogeriefachhändler dm drogerie markt, der Finanzdienstleister Erste Group und der Lebensmitteleinzelhändler SPAR. Die Unternehmen verbindet das Ziel, ihre CO2-Emissionen innerhalb von drei Jahren um 15 Prozent zu reduzieren, Bewusstseinsbildung bei Kunden und Mitarbeitern sowie klimafreundliche Angebote und Aktivitäten zu fördern. Gemeinsam erreichen die Mitglieder der WWF CLIMATE GROUP derzeit rund 65.000 Mitarbeiter und 20 Millionen Kunden in Österreich. Weitere Informationen unter www.climategroup.at.

KPMG
Als Verbund rechtlich selbstständiger, nationaler Mitgliedsfirmen ist KPMG International Cooperative („KPMG International“) mit ca. 145.000 Mitarbeitern in 152 Ländern eines der größten Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen weltweit. In Österreich ist KPMG eine der führenden Gruppen in diesem Geschäftsfeld und mit rund 1.000 Mitarbeitern an acht Standorten präsent. Die Unternehmensleistungen sind in die Geschäftsbereiche Prüfung (Audit) und Beratung (Advisory & Tax) getrennt. Im Mittelpunkt von Audit steht die Prüfung von Konzern- und Jahresabschlüssen. Tax steht für die steuerberatende Tätigkeit von KPMG. Der Bereich Advisory bündelt hohes fachliches Know-how zu betriebswirtschaftlichen, regulatorischen und transaktionsorientierten Themen. Weitere Informationen unter www.kpmg.at.

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