In Östereich ist Wasser kein Luxus…

In Östereich ist Wasser kein Luxus…

Jeder zweite Österreicher wünscht sich einen Swimmingpool. Dieser wird am Beginn der Badesaison mit Trinkwasser gefüllt. Davon haben wir in Österreich genug, wir verwenden lediglich ein Prozent der vorhandenen Wasserressourcen. Ganz anders sieht es für ein Land aus, welches annähernd gleich groß wie Österreich ist. In Jordanien ist die verfügbare Wassermenge pro Einwohner in den vergangenen 60 Jahren um 95 Prozent gesunken.

Weltweit das viertärmste Land an Wasser…

Für die ständig wachsende Bevölkerung reicht das vorhandene Wasser schon lange nicht mehr aus. Auch durch die Aufnahme von Flüchtlingen aus Syrien, dem Irak und Palestina übersteigt die Nachfrage an Wasser das Angebot in Jordanien um 30 Prozent. Die Grundvoraussetzung für die wirtschaftliche Entwicklung ist jedoch eine adäquate Trinkwasserversorgung. In einer ohnehin krisengeschüttelten Region birgt die Ressource Wasser ein sehr hohes Konfliktpotenzial.

„Die Kriege der Zukunft werden um Wasser geführt“

– das prophezeit der ehemalige UN-Generalsekretär Boutros Gali. Viele wasserarme Staaten schauen gierig auf die Reservoire ihrer Nachbarn und sind nicht abgeneigt, für Süßwasser notfalls einen Konflikt vom Zaun zu brechen. Am Jordan ist die Krise um Wasser besonders hoch. Einem Bericht von Amnesty International zufolge beträgt der Wasserverbrauch von JordanierInnen nur rund 80 Liter pro Tag und Person, viele außerhalb von Amman müssen mit knapp 20 Litern pro Tag auskommen, dem von der WHO für kurzfristiges Überleben in Notsituationen errechneten Minimum. Wir ÖsterreicherInnen verbrauchen hingegen 500 Liter der kostbaren Flüssigkeit pro Tag.

Esst österreichische Tomaten…

65 Prozent des verfügbaren Wassers in Jordanien verbraucht die Landwirtschaft zum Bewässern der trockenen Böden. Mit dem Anbau von Obst und Gemüse im Jordantal verkaufen die Bauern das kostbare Nass dann im Export an uns EuropäerInnen. Aber es ist ein Teufelskreis: entzieht man den Bauern ihre Erwerbsgrundlage, ziehen sie in die Stadt und die Stadt verbraucht wieder mehr Wasser. Neben der Landwirtschaft setzt Jordanien nun verstärkt auf den Tourismus, aber auch hier gilt, je mehr Touristen, desto mehr Wasserverbrauch. Oder denken sie liebe LeserInnen im Urlaub in Ihrem Traumhotel über die Wasserressourcen ihres Gastlandes nach…?

Anbei noch einige Fotos von meiner Studienreise nach Jordanien, in diesem Sinne bis bald, Günter Pichler

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1 Kommentar

  1. Isabell Riedl sagt:

    Fantastische Bilder, tolle Eindrücke! Wasser ist sehr wertvoll, das wird auch der Österreicher begreifen.

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