Private Energiebuchhaltung – noch vor dem Urlaub beginnen!

Private Energiebuchhaltung – noch vor dem Urlaub beginnen!

Wie oft lesen Sie den Zählerstand von Strom, Wasser & Co ab? Ich mache das üblicherweise zwei Mal pro Woche. Besonders in der Urlaubszeit ergeben sich daraus interessante Rückschlüsse die helfen, den Energieverbrauch zu senken, und Geld zu sparen.

Auf dem Weg zum 1500kWh-Haus: Um den eigenen Energieverbrauch besser analysieren zu können, sollten regelmäßig die Zählerstände von Strom, Wärme, Gas, Wasser usw. aufgeschrieben werden, und zwar am besten mit Datum und Uhrzeit. Umso kürzer die Ablesezeiträume gewählt werden, um so besser kann man die Verbrauchsdaten analysieren.

Zähler ablesen, Strom & Co sparen

Üblicherweise lese ich meine Zählerstände zwei Mal in der Woche ab, um einen guten Überblick zu bekommen. Viele führen die Ablesungen wöchentlich oder monatlich durch. Der Vorteil kürzerer Abstände liegt darin, dass man sich bei Änderungen besser überlegen kann, durch welche Verbraucher diese ausgelöst werden. Bei Optimierungsmaßnahmen oder bei Fehlersuche habe ich die Ablesungen auch schon täglich durchgeführt.

Energieverbrauch in der Urlaubszeit

Ich verwende für die Aufzeichnungen eine eigene Excel-Tabelle. Dadurch kann man relativ leicht die Verbrauchswerte zwischen den Ablesezeitpunkten bestimmen. Aber auch die Auswertung von Wochen-, Monats- und Jahresverbräuchen lassen sich daraus rasch erstellen. Unmittelbar vor der Abreise in den Urlaub und gleich nach der Ankunft wieder zu Hause sollte man die Zählerstände ebenfalls notieren. In diesem Zeitraum lässt sich dann der Energieverbauch bestimmen, der als Grundlast trotz Abwesenheit (ohne individuelles Benutzerverhalten) besteht. Möglicherweise lassen sich daraus ebenfalls Einsparungspotentiale erkennen. Der Energieverbrauch in der Urlaubszeit ermöglicht dann aber auch einen Vergleich zum Verbrauch bei normaler Nutzung.

Defekte Geräte als Energiefresser, während Sie auf Urlaub sind?

Aus solchen Daten lassen sich manchmal auch defekte Geräte feststellen, wie das folgende Beispiel zeigt. Bei einem Urlaubsantritt Anfang 2008 wurden die Zählerstände von Strom, Fernwärme und Wasser erfasst und danach wieder abgelesen. Während der Wasserverbrauch und der Stromverbrauch deutlich abgesunken sind, war das bei der Fernwärme nicht der Fall!

„Ich habe nicht locker gelassen“

Es hat sich herausgestellt, dass der Fernwärmespeicher für das Warmwasserdefekt war und im Sommer die ganze Zeit durchgeheizt hat. Die Wärme wurde an die ‚Umgebung abgegeben, so dass der Fernwärmeverbrauch trotz Abwesenheit und abgeschalteter Heizung bei 8 kWh lag. Eine Nachfrage beim Fernwärmebetreiber EVN ergab, dass dieser Verbrauch als „normal“ eingestuft wurde. Ich habe trotzdem nicht locker gelassen und nach einiger Zeit konnte ich den Fehler in der Regelung am Gerät finden. Danach ist der Verbrauch für das Warmwasser auf ca. 5kWh gesunken und lag deutlich unter den Werten aus der Urlaubszeit.

Daten immer hinterfragen

Dieses Beispiel zeigt, dass man Daten immer hinterfragen sollte. Ich konnte mir den Verbrauch auf Grund der Energiemenge nicht erklären. Wenn man täglich 75l Warmwasser erzeugen will, benötigt man eigentlich nur 3,75kwh (50° Temperaturerhöhung, 1kWh pro 1000 Liter und °). Der Rest sind „Standby-Verluste“ des Gerätes. Diese Rechnung führte mir vor Augen, dass der Verbrauch zu hoch war und die Aussage des Betreibers nicht stimmen konnte.

Datenlogger statt manueller Aufzeichnung

Auf ähnliche Weise lassen sich auch andere Verbraucher finden und optimieren. Wer sich allerdings die manuellen Aufzeichnungen ersparen will, kann auch auf Datenlogger und elektronische Zähler zurückgreifen, die z.B. später auf dem eigenen Computer ausgewertet werden können.

1 Kommentar

  1. Georg sagt:

    Datenlogger sind eine ausgezeichnete Idee – bloß die EVN lässt einem dank Passwortschutz nicht an die Schnittstelle des Stromzählers.

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