Wie doch die Zeit vergeht: Mein Kachelofen wird 19

Wie doch die Zeit vergeht: Mein Kachelofen wird 19

Ich hab jetzt bei mir ein bisserl zamgräumt… also zamgräumt is vielleicht ein bisserl viel gsagt, gekramt, das triffts schon eher…. also Stöße von A nach B gelegt… und dann meist eh wieder retour. Und da sind mir doch ein paar so alte Fotos in die Händ gfallen. Aus dem Jahre 1995. Und da ja retro eh grad so „in“ ist, trau ich mir, Ihnen diese Fotos auch zu zeigen! Interessant auch für alle, die sehen wollen, wie der Kachelofen im Hause Steinböck gebaut wurde.

1995 hab ich meinen Kachelofen bekommen. Ja, und davon hab ich noch Fotos! Das war überhaupt lustig, damals.

Zimmerpanzer

Da ist der Hafner gekommen, alles besprochen, wo kommt der Kachelofen überhaupt hin. Da hat er gesagt, dass er schon auf einen Statikerbefund besteht, weil Haus unterkellert und Kachelofen a bisserl mehr als 3 ½ Tonnen, eh klar.
Also gut, Statiker kommt, geht in den Keller, uraltes Tonnengewölbe… Originalspruch des Statikers: „Da könnens oben 3 Panzer draufstellen, übereinand, werns da ka Risserl sehn.“
Und recht hatte er. Noch dazu, wo es ja gar nicht um 3 Panzer im Wohnzimmer ging sondern „nur“ um an Kachelofen.
Also gut, alle zufrieden und los gings, damals, im 95-er Jahr des vorigen Jahrhunderts!

Kacheldoku

Jetzt kommt eigentlich wieder eine Fotodoku, wie damals beim Specksteinofen… aber diesmal Fotos auf alt… fast 20 Jahre alte… wie entsteht ein Kachelofen!
Also ganz am Anfang bastelt der Hafner, ich wählte die Fa. Ziegler, mal ein kleines Modell, wo noch allfällige Änderungen möglich sind!
Anschließend werden im Werk die einzelnen Kacheln geformt, aufgebaut und getrocknet.

Kachelofen-3Das war eine sehr eigene Erfahrung. Da die Kacheln, wenn sie trocknen, kleiner werden, müssen sie natürlich von Haus aus größer dimensioniert werden. Jetzt steht der Kachelofen mal da, so im Werk, noch dazu auf einem Sockel, also noch höher wirkend, und du denkst dir, der passt doch nieeee in mein Wohnzimmer… und noch dazu… schiach eigentlich… na servas, ob des gscheit war???
Nun gut, nach dem Trocknen, werden die einzelnen Kacheln glasiert, bemalt, mit Farbpulver bestreut und letztendlich gebrannt.
Jetzt schaut die Gschicht schon besser aus.
Dann wird das ganze Zeug geliefert und am Bestimmungsort mal wie ein Puzzle aufgelegt.

Kachelofen-4Und nun wird munter gebastelt! Es muss dort, wo der Ofen einmal stehen soll, natürlich ein Fundament bemauert werden.
Also wir einmal runtergegraben, unterm Estrich. Und da ich ein so ein altes Haus hab, war natürlich spannend, was ist denn da so drunter, zwischen Erdgeschoß und Keller. Sie werdens nicht glauben… zusammengepresster Bauschutt, Dreck, Maurerabfälle… und scheibtruhenweise, weil ja gepresst, was weiß ich mit wieviel Druck. In jedem Falle faszinierend, wieviel das war.
Wie gesagt, dann wird ein Fundament gemauert.
Dann wird der Eisenkern des Ofens eingerichtet und angeschlossen, dann der Grund gelegt und die Umrisse gemauert.
Kachelofen-5
Jetzt werden bereits die ersten Kacheln gesetzt und mit dem Eisenkern verbunden. Da sollt ich eigentlich mal erwähnen, dass mein Kachelofen eigentlich aus 2 gesonderten Brennräumen besteht. Einerseits ein offener Kamin, mit eben dem oben angeführten Eisenkern, und ein ganz normaler gemauerter Kachelofen!

Kachelofen-5-1Außerdem ist mein Ofen eine Kombination aus gekachelten Elementen und gemauerten. Ich hatte echt den Eindruck, dass die Ofensetzer echt einen Spaß gehabt haben, beim Bauen.
Ich weiß, wenn man sich das 4. Bild so anschaut, kann man sich echt noch nix vorstellen. Ich gebs zu, in dem Stadium gings mir so wie ihnen… und immer wieder tauchte in mir die Frage auf…“war des gscheit“
Nun ja, und obs gscheit war oder nicht erfahren Sie dann im nächsten Blog mit dem geheimnisvollen Titel: „Na des war gscheit!“

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