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Es muss nicht immer Schnitzel sein
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Es muss nicht immer Schnitzel sein

Das Thema „Ernährung“ ist in aller Munde. Obst und Gemüse, fünf Portionen am Tag, wenig tierische Fette und Zucker, das raten die ErnährungsexpertInnen. Und überhaupt wird in Österreich viel zu viel Fleisch gegessen, meinen eben genannte. Im statistischen Durchschnitt nehmen wir ÖsterreicherInnen 12 kg Rindfleisch, 39 kg vom Schwein und 13 kg Geflügel pro Jahr zu uns. Dabei ist reduzierter Fleischkonsum nicht nur für die Gesundheit, sondern auch für die Umwelt gut.

Fleisch bringt hohe Treibhausgasemissionen

Ein zu hoher Fleischkonsum hat nicht nur negative Auswirkungen auf unsere Gesundheit, sondern auch auf unsere Umwelt. Denn die Fleischproduktion verursacht Treibhausgasemissionen. CO2 wird im ganzen Herstellungsprozess – also vom Futtermittel bis zum panierten Schnitzerl – produziert. Dazu gehören die Bodenbearbeitung, der Gebrauch von Düngemitteln und Landmaschinen wie Traktoren oder Mähdrescher, die Verdauungsgase der Kühe, die Verarbeitung des Fleisches sowie die Verpackung und Kühlung. Einen oft unterschätzten Anteil hat auch der Transport der Produkte vom Verkaufsort bis nach Hause in die eigene Küche. Besonders wenn für wenige Kilogramm Lebensmittel 1500 Kilogramm Auto mitbewegt werden.

Essen und Klimawandel

Der Konsum von Fleisch, insbesondere Rindfleisch, vergrößert den persönlichen ökologischen Fußabdruck und wirkt sich schlecht auf das Klima aus. Denn wenn die Wiederkäuer verdauen, entsteht Methan. Dieses wirkt 21 Mal stärker auf die Klimaveränderung als CO2. Stickstoffdünger verursacht schon in der Herstellung viele Treibhausgase und verstärkt zudem die Freisetzung von so genanntem Lachgas – einer Stickstoffverbindung – die 310 Mal stärker auf die Klimaveränderung wirkt als CO2.

Naturzerstörung für den Schweinebraten

Neben den direkten Schäden aus der Fleischproduktion gibt es auch noch viele, für uns weniger sichtbare Folgen für die Umwelt. Die Produktion der Futtermittel für die Landwirtschaft nimmt enorme Flächen in Anspruch wodurch steigender Fleischkonsum immer mehr Land braucht. Graslandschaften werden zu Äckern, Wälder werden für den Anbau von Futterpflanzen gerodet. In Südamerika gehen so jährlich riesige Flächen von wertvollen Regenwäldern für immer verloren. Dadurch wird die Klimaerwärmung vorangetrieben und zusätzlich einer der artenreichsten Lebensräume der Welt mit 40.000 Pflanzenarten, 1.300 verschiedenen Vögeln und hunderten Säugetierarten geschädigt. Die Zerstörungen im Amazonasgebiet bedrohen so seltene Arten wie Jaguar, Ara, oder Riesenotter.

Energiesparen beim Essen

Um die Treibhausgasmengen durch unseren Fleischkonsum besser vorstellbar zu machen, lässt sich ein durchschnittlicher Jahresfleischkonsum einer Person mit den Emissionen einer ca. 1.900 km langen Autofahrt vergleichen. Das entspricht ungefähr einer Strecke von Wien nach Moskau. Dabei sind da nur die direkten Treibhausgasemissionen eingerechnet. Emissionen, die durch die Abholzung von Regenwäldern und andere Landnutzungsänderungen entstehen, sind noch nicht einkalkuliert. Hier liegt auch der größte Schritt zum Klimaschutz. Werden für die Fleischproduktion Wälder gerodet ist die Klimabelastung ein Vielfaches verglichen mit traditioneller Weidewirtschaft auf bestehenden Grasflächen, wie sie beispielsweise in den Österreichischen Bergen betrieben wird.

Gemüse und Bio sind gut fürs Klima

Gut fürs Klima ist eine auf pflanzlichen Produkten basierende Ernährung. Der Anbau von Obst und Gemüse ist weitaus naturverträglicher als die Produktion von Fleisch.

Wer die Umwelt schonen will, setzt am besten auf regional-saisonal-biologisch, egal ob bei Fleisch, Obst oder Gemüse. Biologische Landwirtschaft reduziert die Treibhausgasemissionen um ca. ein Drittel. Mit zusätzlich weniger Fleischkonsum kann man die Klimabelastung schnell um die Hälfte verringern. Minus 50 Prozent Treibhausgase aus unserer Ernährung ist doch ein großartiger Klimaschutzplan, mit dem wir am besten heute schon beginnen.

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