Wie schaut Ihr (Traum-) Haus aus: Schwergewicht oder leichtfüßiger Begleiter?

Wie schaut Ihr (Traum-) Haus aus: Schwergewicht oder leichtfüßiger Begleiter?

In meinem letzten Beitrag habe ich errechnet wie es um die Relation zwischen dem Gewicht der Bewohner und jenem des bewohnten Hauses steht – und die Sinnfrage gestellt: „Wieviel wiegt Ihr Haus?“ Heute möchte ich der Frage auf den Grund gehen, wieso wir unsere Häuser lieber als „Schwergewichtler“ denn als leichtfüßigen Begleiter ausbilden und ich möchte einen Blick auf andere Länder und Kulturen werfen um zu sehen, wie groß anderenorts ein Haus zu sein hat.

Wie zu vermuten steht die durchschnittliche Größe eines neu gebauten Hauses in direkter Abhängigkeit mit dem wirtschaftlichen Wohlstand einer Gesellschaft und dem vorhanden Platzangebot. Natürlich hat auch das Klima und das Verhältnis von Stadt zu Land Einfluss auf die nachfolgend genannten Zahlen: Ist man in Hong Kong zufrieden mit einer durchschnittlichen Hausgröße von 45m², darf es in Australien schon ein bisschen mehr sein, mit circa 215m² Wohnfläche. In Frankreich werden 112m² Haus als angemessen betrachtet, in Deutschland sieht man‘s ähnlich mit 109m², England beschränkt sich durchschnittlich auf 76m².

Große Unterschiede
Und will man wieder den Menschen in Proportion setzen erfahren wir, dass ein Mensch in Hong Kong ungefähr 15m² Haus zur Verfügung hat, der Australier 89m², ein Franzose 43m², der Deutsche 55m², der Engländer 33m². Die doch sehr stark schwankenden Zahlen haben mich zumindest überrascht und brachten mich auf eine Ausstellung die mich vor kurzem sehr beeindruckt hat: Das Projekt „Material World“ des kalifornischen Fotojournalisten Peter Menzel.

„Material World“
Peter Menzel hat für dieses Projekt Familien auf der ganzen Welt besucht und vor ihren Häusern mitsamt ihrem gesamten Hab und Gut fotografiert.
Beispiele sehen Sie hier in meinem Artikel – eine Familie aus Kalifornien, eine aus Kuwait und eine aus Mali.

Familien mit ihrem gesamten Gut vor ihren Häusern:

In Kalifornien …

(c) menzelphoto.com

(c) menzelphoto.com

in Kuweit

(c) menzelphoto.com

(c) menzelphoto.com

und in Mali.

(c) menzelphoto.com

(c) menzelphoto.com

Die Antwort auf meine zu anfangs gestellte Frage, nämlich dem „Warum bauen wir so massiv und groß“ bin ich Ihnen noch schuldig geblieben. Ein Erklärungsversuch:

Der Traum vom eigenen Einfamilienhaus
Sicher ist, dass in unseren Breiten die meisten Bauherren den höchsten Wohnwert im Einfamilienhaus sehen. Es verspricht Freiheit in der Umsetzung individueller Wünsche, Unabhängigkeit von Nachbarn und sofern es freistehend ist, ist es auch leichter an
veränderte Lebenssituationen anzupassen.

Das eigene Haus wird als langfristige Wertanlage verstanden, beobachtet man die Entwicklung der Immobilienpreise in Österreich, scheint das auch eine logische Schlussfolgerung zu sein.

Aber das Einfamilienhaus ist dennoch auch die teuerste Wohnform: Die Errichtung ist schon eine finanzielle Herausforderung, die Erhaltung dann ebenso, gerade wenn das Haus freisteht und sich nicht, wie zum Beispiel eine Wohnung, an den Nachbarn wärmen kann.

Dennoch – auch ich träum gemeinsam mit Peter Fox vom Haus am See, und Orangenbaumblättern die auf dem Weg liegen.
Und Sie? Was für ein Typ sind Sie? Der japanische oder doch eher der Engländer? Wieviel m² haben Sie für sich zur Verfügung?

1 Kommentar

  1. Werner Alexander sagt:

    Das Einfamilienhaus verbraucht zu viel Fläche, die wir nicht mehr haben. Es erhöht die Infrastrukturkosten, versiegelt den Boden, belastet die Umgebung (Rasenmähersteppe, Unkrautvernichtungsparadies) und ist zumeist auch noch hässlich. Die Speckgürtelghettos haben keinen zentralen Begegnungsraum, keine Nahversorgung, weder Café noch Wirtshaus. Sie sind reine Schlafstätten. Der Weg dorthin und wieder hinaus wird mit dem, meist zu großen, Auto erledigt.Alles bestens!

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Verwandte Artikel