Pisten, Pferde, Biomasse: Sauberer Traumurlaub in Radstadt

Pisten, Pferde, Biomasse: Sauberer Traumurlaub in Radstadt

Das Gut Weissenhof liegt ganz nah zur Skischaukel Radstadt/Altenmarkt, die Talfahrt führt direkt zum frisch renovierten Hotel. Dort kann man den Winterurlaub mit Pferden, Golfen, Wellness und Tennis „abrunden“. Warum die Betreiber, Regina und Josef Habersatter, erneuerbare Energie nutzen, und wie schnell sich ihre Hackschnitzel-Anlage amortisiert hat, erklären sie im Interview.

Sie haben Ihr Hotel saniert und erweitert. Wie aufwändig war das Projekt?
Josef Habersatter: Ab dem Herbst 2013 waren 90 Handwerker im Einsatz, vom Haupthaus ist nur die Außenhülle stehen geblieben, alles andere wurde erneuert. Im Frühjahr waren die Arbeiten abgeschlossen. Wir haben rund 4 Millionen Euro investiert und sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Die modernen Elemente bilden eine schöne Einheit mit historischen Bauwerken wie unserem Stadl, der seit 1589 steht.

Haben Sie auch in Energiesparmaßnahmen investiert?
Josef Habersatter: Ja, bereits im Zuge der vorigen Sanierung im Jahr 2003. Das war eine thermische Sanierung, wir haben den Energieausweis gemacht, alles neu gedämmt und neue Fenster eingebaut. 2008 haben wir unsere Biomasseheizung gebaut. Unser Pellets-Kessel leistet 850 kW.

Eine sehr große Anlage, private Pellets-Kessel leisten meist um die 15 KW …
Josef Habersatter: Ja, wir produzieren damit Heizwärme und Warmwasser für das gesamte Hotel, die Tennishalle und Reitanlage, den Wellnessbereich. Auf dem Mitarbeiterhaus haben wir noch eine thermische Solaranlage. Wir haben auch ein Mikronetz, also ein eigenes unterirdisches Netz für das Warm- und Heizwasser, gebaut. Insgesamt haben wir in die Pelletsanlage und das Mikronetz 2008 an die 600.00 Euro investiert.

Warum haben Sie sich zu dieser Investition in saubere Energie entschlossen?
Josef Habersatter: Um die Umwelt zu schützen, um Kosten zu sparen, und um unabhängig vom Öl zu sein. Wir haben vor 6 Jahren investiert und uns damals ausgerechnet, dass es sich – je nach Ölpreisentwicklung – in 5 bis 6 Jahren amortisieren sollte. Diese Rechnung ist genau aufgegangen. Wir haben vorher 180.000 Liter Öl pro Jahr verbraucht, jetzt machen wir Heizwärme und Warmwasser mit Holz aus der Region, teilweise kommt das Holz aus unseren eigenen Wäldern.

Was bedeutet Ihnen eine saubere Umwelt?

Josef Habersatter: Zum einen sehe ich es als Verpflichtung gegenüber unseren Kindern und Kindeskindern, ihnen die Welt in einem möglichst guten Zustand zu hinterlassen. Hier in einer Region wie Radstadt, in die viele Urlauber gerade auch wegen der schönen Natur kommen, hat das noch eine zusätzliche Komponente; Die Umwelt ist Teil unseres ökonomischen Erfolgs, das brauchen wir auch in Zukunft. Und man merkt den Unterschied schon jetzt: Als wir noch mit Öl geheizt haben, war auf den weißen Stühlen am Pool manchmal eine dezente russige Schicht zu sehen. Seit wir mit Pellets heizen, ist das nicht mehr der Fall, wir haben da ja auch Filter eingebaut, sodass das wirklich sauber funktioniert. Viele unserer Gäste kommen ja wegen den Pferden und zum Reiten zu uns, haben dadurch einen besonderen Bezug zur Natur.

Berücksichtigen Sie das auch in der Küche?
Josef Habersatter: Ja. Wir züchten selbst Forellen, meine Mutter hat einen Gemüsegarten, den wir für die Hotelküche nutzen. Auch die Säfte kommen teils von unserer Landwirtschaft. Wir düngen mit Mist aus dem Pferdestall, das ist alles Bio. Wenn du da mit einer Ölheizung drüberfahren würdest, das würde nicht passen. Die Hausmeister fahren am Gutshof übrigens mit Elektro-Fahrzeugen und nicht mehr mit Traktoren, die lauter und geruchsintensiver waren.

Frau Habersatter, Sie haben im Zuge der Sanierung 29 Zimmer gestaltet, jedes mit einem individuellen Look und mit Öko-Aspekten…
Regina Habersatter: Wir haben viele Stammgäste. Mit den unterschiedlichen Zimmern können sie jedes Mal ein neues Wohnerlebnis genießen. Das durchgängige am Stil: Es ist modern, aber nicht zu cool. Überall große Fernseher und W-Lan, viel Holz im Interieur, das macht es wohlig, ohne dass es zu urig ist. Es gibt ein kalt-cool und ein warm-cool. Wir wollen das gemütliche warm-cool bieten. Ich habe 16 verschiedene Wandfarben verwendet, die richtige Mischung Farbe-Licht-Möbel sorgt dafür, dass man sich schnell zuhause fühlt. Das Holz in den Zimmern ist teils richtig altes Holz, stammt von abgerissenen Gebäuden und Stadeln aus der Gegend.

Sie bieten auch Öko-Gesundheitszimmer?
Regina Habersatter: Ja, das sind zum Beispiel unsere Zirbenholz-Zimmer. Alle Textilien, auch die Vorhänge, sind aus Baumwolle oder Leinen, das hilft Allergikern. Auch die Matratze ist eine spezielle Allergiker-Matratze.

Was fasziniert eigentlich so sehr am Reiten?
Josef Habersatter: Pferde sind groß und mächtig, trotzdem kann man sie knuddeln, bürsten, sie pflegen – und auf ihnen reiten. Das gefällt vor allem Mädchen enorm gut. Meine Familie hat schon Pferde gezüchtet, bevor wir das Hotel hatten. Mein Großvater, Rupert Habersatter, ist mit seinen Pferden und den Beatles im Film „Help“ zu sehen.

Regina Habersatter: Mit den Mädels beginnen auch viele Frauen und Männer zu reiten. Reiten vermittelt ein Freiheitsgefühl, man muss mit dem Pferd eine Einheit, ein Team bilden. Das fasziniert.

Weitere Infos:
www.weissenhof.at
****S HOTEL GUT WEISSENHOF
Familie Habersatter
A-5550 Radstadt | Weissenhof 6
Tel. +43 (0) 6452 / 70 01, Fax 70 06
info@weissenhof.at

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