Erlebnis Hausbau: Die Suche nach der passenden Haustechnik

Erlebnis Hausbau: Die Suche nach der passenden Haustechnik

Verwirrung pur… auf eine Messe gehen um sich zu informieren und dann für eine Heizung zu entscheiden ist immer eine der größten Herausforderungen für Hausbauer. Im Wesentlichen muss dies ja bereits bei der Planung geschehen, um die baulichen Voraussetzungen und den Platzbedarf zu kennen. Die Richtung war bei unserem Projekt klar und schon im Anforderungsprofil für die Planung festgelegt (Werte klären und definieren!). Das Konzept muss zukunftsfähig sein und möglichst viel Unabhängigkeit bieten. Will heißen: möglichst geringer Energieverbrauch und diesen mit erneuerbarer Energie aus der Region decken!

Folgendes Konzept war das Ergebnis:
1) Passive Sonnenenergienutzung und beste Dämmung des Hauses (die beste Energie ist die, die wir erst gar nicht brauchen…)
2) Heizung mit Scheitholz, komfortabel durch großzügig dimensionierten Kessel und Pufferspeicher
3) Solaranlage zur Warmwasserbereitung und Heizung

Passive Sonnenenergienutzung – die wesentlichen Merkmale sind auf diesen Bildern schon zu sehen. Fensterflächen möglichst südseitig, die Besonnung wird im OG durch den Dachvorsprung geregelt. Im linken Bild Winter – volle Sonneneinstrahlung tief in die Räume hinein – maximaler Ertrag. Im rechten Bild Sommer – völlige Abschattung durch den Dachvorsprung im OG, im EG die einzigen 3 Beschattungselemente des Hauses (Raffstore lassen je nach Einstellung der Lamellen Licht durch – aber keine direkte Sonneneinstrahlung).

dobler2Auf der Westseite konnte auf Fenster komplett verzichtet werden – diese erzeugen im Sommer sehr schnell Überhitzung. Hier wird später noch ein Baum stehen….Im heißen Sommer 2013 hat sich dieses Konzept bereits bestens bewährt. Die 14m²-Solaranlage ist ebenfalls nach Süden ausgerichtet und der steile Winkel (55°) sorgt für optimalen Ertrag im Winterhalbjahr. Der Schnee ist bei der ersten Sonneneinstrahlung weg.
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dobler3Das Kernstück der Anlage ist ein 2700 Liter fassender Pufferspeicher – nichts anderes als Wasser zum Energiespeichern. Damit keine Energie verloren geht, steht dieser mitten im Haus. Extrem kurze Wege für das Warmwasser – das mittels eines Wärmetauschers erzeugt wird – sparen sowohl Wasser als auch Energie. Der Geschirrspüler wird natürlich mit Warmwasser versorgt und braucht damit kaum mehr Strom. Die Waschmaschine wird mit 30°-Wasser betrieben und heizt bei Bedarf dazu. Auch Maschinen mit Warm-und Kaltwasseranschluss sind am Markt. Sollte wider allen Erwartungen ein Leck entstehen, so genügt ein Loch in der Bodenplatte, um das Wasser nach außen zu leiten…Pufferspeicher sind extrem langlebig, da sich immer das gleiche Wasser darin befindet (ph-Wert einstellen!)

Beide Energiequellen, die Solaranlage und der Holzkessel, verwenden nun diesen Energiespeicher und werden damit wesentlich effizienter. Da der Kessel ohnehin wenig benutz wird, haben wir einen gebrauchten 40 kW Holzvergaser für 1000,- Euro eingebaut…. Ein einmaliges Einheizen (eine Kesselfüllung Holz) lädt den Pufferspeicher voll. Je nach Energieverbrauch und Sonneneinstrahlung reicht das für mindestens 3 Tage. An sonnigen Wintertagen wird die Heizenergie alleine durch passive Erträge und die Solaranlage gedeckt. Der letzte Winter war mild – der Brennholzverbrauch betrug 2,5m³ Hartholz (ca. € 80,-/m³ ofenfertig)!

Die Steuerung und Verteilung des Systems erfolgt im Wirtschaftsraum (siehe Foto ganz oben) – die Abwärme davon bleibt also wiederum im Wohnbereich. Die Energieflüsse werden hier optimiert, um vorrangig die Sonne zu nutzen und den Energievorrat im Puffer optimal zu verwalten. Rechts neben der Verteilung befindet sich der Pufferspeicher, darunter Waschmaschine und Waschbecken, darüber Bad, dahinter die Küche…

Die restliche Haustechnik dann beim nächsten Mal

Bis dann
Franz Dobler

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