Wohn gesund – nur ein Schlagwort?

Wohn gesund – nur ein Schlagwort?

In meinem ersten Blog möchte ich das brandheiße Thema gesundes Bauen und Wohnen ein wenig unter die Lupe nehmen. Im zweiten Teil werde ich dann näher darauf eingehen, warum ich mich entschieden habe gesunde Häuser zu bauen.

Von allen Seiten bekommen wir täglich immer mehr Informationen, wie wichtig gesundes Wohnen und Bauen ist, meisten in Verbindung mit den aktuellen Schlagwörtern Klimaschutz und energieeffizientes Bauen. Was bedeutet gesund bauen und wohnen eigentlich wirklich, wo fängt es an und wo hört es auf? Selbst hartnäckige und ernsthafte Interessenten müssen schon sehr in das Thema einsteigen, um nur ein paar Informationen zu bekommen.

Google- Google, wer wird wirklich Antworten finden?

Selbst die Ansichten der Fachleute sind sehr unterschiedlich und gehen stark auseinander.

Aber warum ist das so ist?

Von 300.000 verfügbaren Baumaterialien sind nur 10-20% wirklich erforscht. Von den restlichen 270-240.000 Materialien weiß niemand genau, welche Auswirkungen sie auf unser Leben und auf unsere Gesundheit haben, trotzdem werden diese Stoffe nach wie vor täglich verarbeitet. Haben wir uns an verschiedene Baumaterialien schon so gewöhnt, dass wir alle Auswirkungen dieser Materialien auf unsere Gesundheit nicht einmal mehr hinterfragen? Natürlich gibt es gesetzliche Grenzwerte, aber wie aktuell sind diese Limits wirklich noch? Wie gesund, bzw. unbedenklich sind diese, wenn nur 10- 20% aller Baumaterialien erforscht sind?

Nehmen sie als Beispiel Holzspanplatten: Diese werden mit Formaldehydharz verklebt. Formaldehyd ist von der EU als krebserregend eingestuft. Die Meinungen von Konsumentenvertretern, Bauindustrie und Wissenschaft gehen weit auseinander. Seit 20 Jahren ist der Grenzwert von 0,1 ppm für diese Platten unverändert.

Schlagwort Klimaschutz und energieeffizientes Bauen: Materialien, die weder nachwachsend, ökologisch noch nachhaltig sind – tragen sie einen Beitrag zum Klimaschutz bei? Ist energieeffizientes Bauen mit Rohstoffen, die schon bei der Herstellung extrem schlechte Primärenergiekennzahlen haben, überhaupt wirklich energieeffizient?

Wir alle verbringen hierzulande im Durchschnitt 90% des Tages in geschlossen Räumen. Gute Raumluft und ein angenehmes Raumklima ist für unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit von aller größter Bedeutung.

Vor allem beim Bauen und Wohnen kann jeder Einzelne viel für die Umwelt und somit auch für die Gesundheit tun. Gesund Wohnen ist möglich, mit Baustoffen, die wenig Ressourcen und Energie bei der Herstellung benötigen, mit Materialien, die nachwachsend, ökologisch und nachhaltig sind.

Aber wie baue und wohne ich wirklich gesund?

Antworten auf dieses und alle anderen spannenden Themen, die uns betreffen, werde ich ihnen in meinem nächsten Blog Teil 2 ab 15.12 geben, ich hoffe Sie sind wieder dabei.

2 Comments

  1. Da wir ca. 1000 gängige Baumaterialien analysiert und ökologisch bewertet haben eine Anmerkung zu den „bösen“ Spanplatten: hier gibt es unterschiedliche Qualitäten, die in den Möbeln der großen Möbeldiskonter kommen alle aus dem ehemaligen Osten oder neuerdings aus China und übersteigen immer die österreichischen Grenzwerte. Die aus österreichischer Produktion liegen unter dem Grenzwert von 0,10 ppm. Ökologisch gesehen gilt:
    Verwenden Sie keine Spanplatten, sondern Massivholz, Faser- oder Gipsplatten. Wenn Sie unbedingt Spanplatten brauchen, sollten Sie melamin- oder phenolharzverleimte V 100 Platten kaufen, die verhältnismäßig wenig Formaldehyd abgeben. Bei sogenannten „formaldehydfreien“ Spanplatten sollten Sie vorsichtig sein, wenn Sie nicht wissen, welchen Kleber sie enthalten. Wenn als Leime Tannine verwendet wurden, sind diese Spanplatten eine gute Wahl.

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