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„Energiearmut kann jeden treffen“

„Energiearmut kann jeden treffen“

Kalte Wände und Böden, unbezahlte Strom- und Gasrechnungen bis hin zur Energieabschaltung: „Immer mehr Menschen sind von Energiearmut betroffen“, warnt Clemens Hecht, Sprecher der Qualitätsgruppe Wärmedämmsysteme und Autor auf energie-blog.at. „Treffen kann es fast jeden. Präventivmaßnahmen helfen, Energiearmut zu vermeiden.“

Wie kann man sich vor Energiearmut schützen?

Clemens Hecht: Meist führen 3 Punkte in die Energiearmut: Mangelnde Energieeffizienz des Gebäudes und der Geräte, hohe Energiepreise, niedriges Einkommen oder unerwarteter Einkommensverlust. Was man am meisten selbst beeinflussen kann, ist die Energieeffizienz. Eine gut gedämmte Gebäudehülle um die Verluste der Heizwärme zu minimieren ist eine der wichtigsten Präventivmaßnahmen.

Laut Statistik Austria Analyse 2012 sind 263.000 Österreicher betroffenen…
Aktuelle Schätzungen gehen bereits von 300.000 Betroffenen aus. Wir reden hier von Familien und Personen, denen regelmäßig widerfährt, dass ihnen Strom und Gas abgedreht werden. Sehr viele haben leider beschränkte Mittel, um zu reagieren. Oft führt unerwarteter Einkommensverlust in die Energiearmut – das kann uns allen passieren. Energiearmut hat auch gesundheitliche Folgen: Ein Winter in einer kalten Wohnung ist nicht gesund. Sind die Wände unterkühlt, bilden sich zudem Kondensat und Schimmel.

Sind eher Menschen in Miet-Verhältnissen, oder im Wohneigentum betroffen?
Dazu gibt es keine Auswertungen. Ich vermute, dass die Mehrheit der Betroffenen in Mietverhältnissen lebt. Da kann die Schraube geringes Einkommen, hohe Mieten, hohe Energiekosten brutal drücken. Im Eigentum kann ich zudem Maßnahmen für die Verbesserung der Energieeffizienz unkomplizierter umsetzen. Vorausgesetzt natürlich, ich habe die Möglichkeiten dazu.

Was tun, wenn man seine Energiekosten kaum mehr begleichen kann?
Möglichst zeitig entsprechende Beratungsstellen aufsuchen. Es ist ein Problem mit komplexem Hintergrund, da sind mehrere Maßnahmen gefragt, um wieder herauszukommen.

  • Generelle Tipps & Infos
  • Die Caritas bietet Beratung zum Thema Energiearmut und betreibt mit dem VERBUND einen Stromhilfefonds.
  • Die Kampagne SMERGY unterstützt junge Erwachsene beim Energiesparen. Der OnlineCheck SMERGYmeter verrät, wie zuhause Energie gespart werden kann und wo sich mögliche Energiefresser verstecken.
  • Infos zu Dämm-Maßnahmen bietet die Qualitätsgruppe Wärmedämmsysteme.

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