(Im)Mobilie

(Im)Mobilie

In meinem letzten Artikel habe ich über Less is more nachgedacht und Graham Hill’s 39m² Alles-Könnendes Apartment in New York vorgestellt. Ich möchte gerne noch beim Thema der möglichen Ökonomisierung im Bereich Wohnen bleiben und einen weiteren Aspekt beleuchten: Mobile Architektur.

In der Architektur interessiert mich so einiges, aber seit meiner Studienzeit lässt mich ein Thema nicht mehr los – ohne bis jetzt auf diesem Gebiet einen echten Durchbruch gehabt zu haben: mobile Architektur – reduziert, intelligent, autark und zukunftsweisend.

Mobile Architektur

Genau gesagt gibt es folgende Unterscheidungen: Bewegliche also transportierbare, fahrbare, demontierbare, oder modulare Architektur.
Alle sind auf ihre Weise dann als mobil einzustufen. Mich interessieren alle Arten, am meisten aber die bewegliche.
Gar nicht mehr interessiert mich die mobile Architektur von der man dauernd in den Medien liest. Denn zum einen tauchen dieselben Konstruktionen im Jahresabstand wieder auf und werden immer wieder als Neuheit dargestellt. Und andererseits wird hier der Eindruck vermittelt, dass das mobile, autarke und ganz leicht aufstellbare Haus für Jedermann zu einem guten Preis an jeder Ecke zu haben ist und im Grunde schon ein alter Hut.

Dem ist allerdings überhaupt nicht so.

Bei genauerer Betrachtung zeigt der Großteil der publizierten Bilder gut gemachte 3D Modelle. Kommt es zum Thema Entsorgung, dann findet man sich entweder im Camping Klo Bereich wieder oder „man schließt sich mal schnell an den Kanal an“. Soviel dann zur Mobilität. Die Kosten übersteigen um ein vielfaches den M2 – Preis einer ImMobilie.

Jedenfalls: Enttäuscht von der theoretischen mobilen Architektur bin ich, um mehr zu erfahren – und das nur von den Besten – gleich nach dem Studium nach Los Angeles aufgebrochen und habe versucht, bei Jennifer Siegal von OMD (Office of Mobile Design) das Geheimnis der mobilen Architektur zu ergründen.

Ich habe viel Neues gesehen und gelernt um dann doch zu dem Schluss zu kommen, es gibt ganz einfach noch immer keine ganz echte mobile Architektur. Daher habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, eine mobile echt günstige, völlig autarke, funktional aber ästhetische Wohneinheit zu entwickeln – ich bin nicht die Einzige, ich weiß.

Ein paar meiner Versuche zur mobilen Architektur will ich Ihnen nun zeigen:

Schöne Aussichten Plattform

2000 in Berlin entstanden. Zugegeben, da braucht man sehr viel Fantasie um eine Wohnmöglichkeit in diesem Objekt zu sehen.

  • Hydra 21

    2004 in Los Angeles entstanden: ein schwimmender Selbstversorger mit eigenem Garten. Ein Experiment mit neuen intelligenten Materialien, die die Wohneinheit fast schon lebendig machen.
    (WC und andere tägliche Dinge, habe ich damals dann auch ausgeblendet und wieso ich mich gerade für Haie als Mitbewohner entschieden habe, kann ich auch nicht mehr ganz nachvollziehen.)
  • Suite Dreams
    2011 in Wien entstanden (Bild ganz oben). Da kommen wir der Sache schon sehr viel näher. Es ist immerhin ein wirklich gut und funktional bewohnbarer Raum bzw. Container. Gut transportierbar, in einem Stück, ästhetisch und funktional.
    Demnächst versuche ich noch eine wirklich autarke und unabhängige Ver- und Entsorgung zu entwickeln. Sollte dies gelingen, dann habe ich mein Ziel schon fast erreicht: mobiles Wohnen – aber echt mobil.

Kennen Sie ein paar gute Beispiele von mobilen und unabhängigen Wohneinheiten? Wenn ja, lassen Sie es mich bitte wissen.

Und nun noch ein Versprechen, ab dem nächsten Artikel werde ich Ihnen wie ganz zu anfangs in meinem Blog versprochen, ein paar interessante, zeitgemäße Dymaxion Houses (Sie erinnern sich noch?) vorstellen.

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