GreenTec Awards: And the Umwelt-Oscar goes to …

GreenTec Awards: And the Umwelt-Oscar goes to …

Naturreine Dämmung aus dem Meer, ein Fairphone oder ein energieproduzierendes Flachdach namens „WindRail“ – wer macht das Rennen? Am 29. Mai werden die GreenTec Awards 2015 vergeben, über 250 Bewerber aus 20 Nationen haben eingereicht. Energie-Blog.at hat mit GreenTec Awards-Sprecherin Christine A. Lebert über die spannendsten Projekte auf der Shortlist geredet – und nachgefragt, welche der bisherigen Preisträger in der Praxis für Furore sorgen.

Am 29. Mai werden die GreenTec Awards 2015 vergeben. Welche der nominierten Projekte – quer durch alle Kategorien – finden Sie besonders spannend?
Christine A. Lebert: Spannend finden wir alle, weil jeder Bewerber einen umweltfreundlichen und innovativen Gedankengang zeigt. Persönlich finde ich „Die Umweltmonster“ in der Kategorie Galileo Wissenspreis, „RAW for the Oceans“ von G-Star in der Kategorie Kommunikation und das „Fairphone“ in der Kategorie ProSiebenSat.1 Accelerator Startup-Preis extrem interessant. Alle drei haben einen extrem innovativen Ansatz, der mich auch von der Umsetzung und Ästhetik überzeugt.

Die GreenTec Awards prämieren u. a. innovative, ökologische und ressourcenschonende Projekte im Bereich Bauen und Wohnen. Wie nahe sind die 3 heuer nominierten Projekte an der Praxis – wann können sie eingesetzt werden?

„Neptutherm“, die naturreine Dämmung aus dem Meer, wird bereits erfolgreich eingesetzt, sowohl zur Wärme- als auch Schalldämmung von Dächern, Fassaden, Wänden, Böden und Decken. Das Projekt „WindRail“, ein Flachdach, welches die hauseigene Energie durch Wind und Sonne erzeugt, ist ebenfalls sehr praxisnah. Dadurch wird die Umwelt geschützt und Stromkosten gespart. Es kann aber auch zum Urban Gardening verwendet werden. Da der Lebensraum in Städten immer enger wird, bietet das Projekt somit eine gute Alternative für Gärten, Terrassen oder sonstige Raumnutzung.

Und wie weit sind die 3 im Bereich „Energie“ nominierten Projekte an der Praxis/Massenverbreitung?
Dieses Jahr setzen sich zwei der drei nominierten Projekte speziell mit der Energiewende auseinander. Das Thema ist sehr aktuell, bewegt die ganze Welt und stellt eine Herausforderung für Firmen und Regierungen dar. Die Projekte sind also sehr praxisnah und zeigen Alternativen in der Energiegewinnung auf. Auch das Projekt „amphiro a1 – die intelligente Verbrauchsanzeige für die Dusche“ im Bereich „Energie“ beschäftigt sich mit dem bewussten Wasser- und Energieverbrauch. Das Projekt macht der breiten Bevölkerung auf einfache und unkomplizierte Weise unseren Trinkwasserverbrauch bewusst.

Die GreenTec Awards gibt es seit 2008. Welche ausgezeichneten bzw. nominierten Projekte haben sich seither am besonders bewährt?
2010 standen Car2Go und JouleX auf der Bühne der GreenTec Awards. Car2Go wächst rasant; inzwischen nutzen über 1.000.000 Kunden weltweit dieses Angebot. JouleX, 2009 in München gegründet, ist zum SAP der Energie geworden. Die Firma ist heute weltweit aufgestellt und wurde erst kürzlich von Cisco für über 100 Millionen Dollar übernommen. Die marine Müllabfuhr von ONE EARTH – ONE OCEAN, Sieger in der Kategorie Galileo Wissenspreis 2013, sammelt mit speziellen Katamaranen Plastikmüll aus Seen, Gewässern und Ozeanen und kümmert sich mittlerweile auch um die Entfernung von Öl, Chemikalien und biologischen Verunreinigungen in Gewässern. ONE EARTH – ONE OCEAN ist mittlerweile auch zunehmend international gefragt.

Gab es auch den umgekehrten Fall: Dass eine Idee bei Ihrer Jury eher durchgefallen ist, und sich danach am Markt bestens bewährt hat?
Bestimmt … ich kann jetzt aber kein konkretes Projekt nennen.

Blick in die Zukunft: Welche Segmente und Technologien, die heute noch nicht sehr weit verbreitet sind, werden die Einreichungen in ca. 5 – 10 Jahren prägen?
Ich denke, dass Themen wie Luftreinhaltung, Wasser – sowohl Trink- als auch Abwasser –, elektrisches Fliegen und das intelligente Auto auch in 5-10 Jahren spannende Themen sein werden. Aber sicher werden wir in 10 Jahren über hochgradig intelligente Systemwelten reden, die fast schon automatisch dazu beitragen, Umweltprobleme intelligent zu lösen wie zum Beispiel das umweltfreundliche Auto, das mit der Waschmaschine kommuniziert und unterwegs im Haus anfragt, ob die Energie für die Heizung ausreicht und ob der Energiespeicher im Auto vielleicht zur Hilfe genommen werden muss. Irgendetwas in dieser Art. Der Konsument kann zwar immer noch selbst entscheiden – aber mittels neuer Technologien muss er das nicht mehr so wie heute. Vieles wird Standard werden. Heute drehen die Menschen, während sie sich die Zähne putzen, noch das Wasser ab – künftig wird das entweder nicht mehr notwendig sein, weil das Wasser nicht mehr „verschwendet“ wird, oder der Hahn regelt die Wasserzufuhr automatisch. Ich sehe auch zunehmend umweltfreundliche Technologien im Bereich der Produktion von Konsumgütern Einzug halten. Hier wird es in den kommenden Jahren einen enormen Innovationsschub geben. Das Thema Energieeffizienz wird uns langfristig beschäftigen und neue Technologien hervorbringen.

Info
Die GreenTec Awards (ehemals Clean Tech Media Awards) sind Europas größter Umwelt- und Wirtschaftspreis. Seit 2008 werden jährlich die innovativsten grünen Produkte, Projekte und Umwelttechnologien in mehreren Kategorien ausgezeichnet, unter anderem auch in den Bereichen Bauen, Wohnen und Energie.

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