Günstig bauen: Grünes Dach, Verzicht auf Fake-Fassade

Günstig bauen: Grünes Dach, Verzicht auf Fake-Fassade

In meinem letzten Beitrag habe ich Ihnen unter anderem den Wandbaufbau des Cargotecture Studio 320 – kurz C320 – vorgestellt. Heute erfahren Sie, welche Vorteile das Gründach bringt. Und was so ein C320 im Kontext von „leistbarer, sozial engagierter Architektur“ eigentlich kostet.

Vorab noch kurz zur Erinnerung: Das Cargotecture Studio 320 – kurz C320 – ist ein Wochenendstudio aus Frachtcontainern, entworfen 2003 von HyBrid Architecture.

Das Dach wird als Gründach ausgeführt. Das hat mehrere Vorteile: zum einen stellt dieser Dachaufbau eine Dämm- und Pufferschicht dar und wirkt sich positiv auf das Raumklima aus. Zum anderen wurden hier auch Regenwassersammelbehälter und Regenwasseraufbereitungssysteme integriert – also wird das Dach wichtiger Bestandteil des autarken Versorgungssystems.
Die Wände werden isoliert und innen verkleidet, ebenso wie der Bodenaufbau.
Aufgelagert wird das kleine Studio auf Betonfertigteilelementen, sodass sich das Grundstück nach entfernen des Containerstudios innerhalb einer Saison vollständig wiederherstellen kann.

Recycling . Upcycling

Das sind weitere wichtige Themen in der Containerarchitektur und speziell auch bei unserem C320 Studio. Die Schichtstoffplatten für den Innenausbau wurden von einer abrissreifen Tribüne aus der Nähe abgetragen und wieder eingesetzt. Der Container ist sowieso gebraucht und hat vor seiner Umwandlung in ein Wohnstudio viele Orte besucht. Für die Architekten war genau diese Tatsache ein maßgebendes Designelement – weswegen die Originalaufschriften und Markierungen der Logistikfirmen an den Außenwänden belassen wurden und die Fassade nicht neu lackiert, und schon gar nicht verkleidet wurde.
Was dem einen gefällt, kann für den anderen der Stein des Anstoßes sein.

Keine teure Fake-Fassade

Ich finde allerdings den Zugang der Architekten zur Fassadengestaltung bzw Nicht-Gestaltung als einen der Gründe wieso dieses Studio ein so gutes Beispiel für Intelligent Homes ist:
Es wird nicht in eine teure Fake-Fassade investiert. Der Container bleibt sichtbar, was auch gut so ist, denn sonst könnte man das Ganze auch aus jedem anderen Material oder Konstruktionsweise bauen. Es ist was es ist: Ein umgebauter Container.

Gekostet hat dieses Studio übrigens ca. $ 24.000

Wäre es allerdings nicht im Kontext von „leistbarer, sozial engagierter Architektur“ entstanden, sondern hätte sich als Produkt in der Marktwirtschaft platzieren wollen, dann wäre ein Verkaufspreis von ca. $ 48.000 eher angebracht.
Immer noch teuer für knapp 30 m², aber ich finde dennoch im Bereich der sinnvollen Investition. Denn trotz der Größe – man bekommt ein ganzes Haus – und mehr braucht man wirklich nicht.

1 Kommentar

  1. Ich finde das Ergebnis sehr schön. Es freut mich, dass Naturkalk die Fassade gerettet hat. Gut, dass auch der erforderliche U-Wert erreicht werden konnte. Nachhaltigkeit finde ich nämlich wichtig.

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