Auf ins kostengünstige Intelligent Home: Wieviel Design muss sein?

Auf ins kostengünstige Intelligent Home: Wieviel Design muss sein?

Wie ich schon mehrmals festgestellt habe, bin ich der Überzeugung, dass der hohe Kaufpreis der autarken – mobilen – minimal – Intelligent Homes das größte Problem darstellt, um diese Wohnformen massentauglich werden zu lassen, insbesondere in unseren Breitengraden.

In so einem autarken Minimal-Haus zu leben ist zu anfangs ein Experiment mit unbekanntem Ausgang, man kann ja nicht wissen, ob man sich nicht doch beengt fühlen wird. Der Preis eines solchen Hauses lässt aber kein Experiment zu, man möchte nicht tausende von Euros in den Sand setzen. Der hohe Kaufpreis ist natürlich nicht einfach nur Geschäftemacherei, sondern entsteht auch durch die im Verhältnis zur Wohnfläche hohen Herstellungskosten eines Minimalhauses.

Als einfaches Beispiel:
Ein WC für ein kleines Haus kostet nicht weniger, als eines für ein großes. Soll es noch autark sein, dann kostet es sogar noch mehr. Sie verstehen was ich meine? Ein guter Herd kostet nicht weniger, nur weil der Raum drum herum kleiner ist usw.

Wieviel Design muss sein?

Mein Bestreben und Ziel ist es dennoch, ein kostengünstiges Intelligent Home zu entwickeln.
Hier stellt sich auch die Frage: Wieviel Design muss mindestens sein? Und ab wann entwickelt der Designanspruch einen puren Selbstzweck und hat im Bereich der reduzierten Minimalhäuser keine Berechtigung mehr?
Immerhin bin ich Architektin und habe den Anspruch ein ästhetisch, funktionales Objekt zu entwickeln, das es in dieser Form noch nicht gibt.
Wenn nicht, könnte ich Sie nämlich auch einfach zu einem Baumarkt schicken und Ihnen raten, sich ein fertiges Gartenhaus zu kaufen und ein Camping WC hineinzustellen.

Zurückkommend auf die Frage, wieviel Design muss sein, möchte ich Ihnen nachfolgend und in den nächsten Beiträgen, sowohl die beiden Ferraris unter den minimalen, Intelligent Homes vorstellen, als auch Beispiele, die für mein persönliches Dafürhalten eher dem Designselbstzweck dienen. Vorausschickend sei nochmals klar gesagt, das ist meine ganz persönliche Meinung. Machen Sie sich also Ihr eigenes Bild:

VIPP SHELTER

FERRARI NR 01: VIPP Shelter
Die Firma VIPP ist eigentlich bekannt für Treteimer. Mistkübel, die mittlerweile Kultstatus erreicht haben und seit 2009 im MOMA New York ihren fixen Platz gefunden haben. Jedenfalls hat die Firma nun ein neues Produkt entwickelt – den VIPP Shelter. Ein 55m² großes, High End Luxus Heim. Der Kaufpreis liegt bei ca 500.000 Euro zuzüglich Anlieferung, die ungefähr 10% des Kaufpreises beträgt.

Dafür bekommt man Perfektion in Reinform für den Ausstieg in die Natur: Die Optik Industrial, High Tech man fühlt sich wahrscheinlich so wie eine Art Robo – Robin Hood wenn man sich in dieser Küche sein Wildschwein brät. Die Firma definiert ihr Wohnobjekt als Produkt, „What you see is what you get“.

Die heute allseits beliebte und gefragte Individualisierung wird hier ganz einfach ignoriert. Das Interior ist aus einem Guss und kommt genauso wie in den Bildern dargestellt.
Ich finde dies ist ein gelungenes Beispiel wie Design für ein „plug and play getaway“ (wie es die Firma VIPP beschreibt) aussehen kann.
Wenn ich einmal groß und reich bin, würde ich mir das sofort zulegen, gemeinsam mit einem Grundstück am Wasser, worauf ich es stellen würde.

Aber für den Fall dass das doch nicht mehr passiert, forsche ich weiter an einer kostengünstigeren Alternative. Im nächsten Beitrag habe ich noch ein spannendes Beispiel für einen echten Ferrari unter den Minimal Häusern.

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