Sonnenstrom produzieren ohne Dach: simon – Das Balkon-Kraftwerk

Sonnenstrom produzieren ohne Dach: simon – Das Balkon-Kraftwerk

Vor einiger Zeit bin ich über eine Umfrage gestolpert (http://strom-report.de/ee/#erneuerbare-energien). Einerseits möchte rund jeder zweite Deutsche selbst Strom mit Solarenergie produzieren. Andererseits sei die Photovoltaik die am weitesten akzeptierte Form der Energieerzeugung. Auch wenn die Umfrage in Deutschland durchgeführt wurde, hat mich verwundert, warum es laut Stromkennzeichnungsbericht der e-control im Jahr 2013 weniger als 1% Sonnenstrom im österreichischen Netz gab. Nach einem Selbstversuch am eigenen Balkon mit selbst zusammengebauten Komponenten wurde auch einer der Gründe klar.

Der Zugang zur Nutzung der Sonne kann noch viel einfacher gestaltet werden, als dies bisher der Fall war. Unklar schien jedoch, ob die Idee eines einfachen, steckdosenfertigen Photovoltaikmoduls auch andere begeistern kann. Daher hat sich oekostrom entschieden, das Vorhaben mit einer Crowdfunding-Kampagne zu unterstützen. So wurde das Projekt simon geboren und kann noch bis Ende Juli auf unter 1000×1000.at/simon vorbestellt werden.

Sonnenstrom produzieren ohne eigenes Dach
Bis zur Auslieferung gibt es noch einige organisatorische und rechtliche Herausforderungen zu lösen. Es wird z.B. mit diversen Netzbetreibern darüber beraten, wie man den Genehmigungsvorgang durch Netzbetreiber vereinfachen kann, um Käufer dazu zu motivieren, ihren simon dem lokalen Netzbetreiber zu melden. Technisch werden letzte Details entwickelt und noch umfangreiche Belastungs- und Sicherheitstests durchgeführt. Ziel ist es, bis Weihnachten die ersten 1.000 Stück auszuliefern.

Beitrag zur Energiewende leisten
Die bisherige Nachfrage hat gezeigt, dass es vielen Menschen ein Anliegen ist, sich an der Energiewende zu beteiligen. Mit simon haben nun auch Menschen ohne Zugang zu eigenen Dachflächen die Möglichkeit, die Sonne einfach und sicher zu nutzen.

19 Kommentare

  1. Alexander Novak sagt:

    Interessiere mich dafür.

    MfG
    Alexander Novak

  2. Helmut FUCHS sagt:

    Die Randbedingungen wie:
    kann man die Energie selbst verbrauchen (z. B. E Boiler) ohne in das Netz (EVN) einzuspeisen? Ist eine Berechnung Amortisation möglich? Lebenserwartung? Kosten? Eigenmontage möglich (Aufwand…)…
    interessieren mich.
    Mit freundlichen Grüßen!
    Helmut Fuchs

    • Helmut FUCHS sagt:

      Die Randbedingungen wie:
      kann man die Energie selbst verbrauchen (z. B. E Boiler) ohne in das Netz (EVN) einzuspeisen? Ist eine Berechnung Amortisation möglich? Lebenserwartung? Kosten? Eigenmontage möglich (Aufwand…)…
      interessieren mich.
      Mit freundlichen Grüßen!
      Helmut Fuchs

      • Der erzeugte Strom wird über die Steckdose direkt ins Hausnetz eingespeist. Weil sich Strom immer den kürzesten Weg sucht, fließt er direkt an alle Geräte die im Haushalt angeschlossen sind. simon reduziert damit teilweise den Strom, der aus dem Netz kommt. Dabei wird simon zur Stromzählerbremse: Mit einem eingesteckten simon „dreht“ sich der Zähler langsamer.

        Ein simon produziert bis zu 5% des Jahresverbrauchs von einem Durchschnittshaushalt. Mit 150 Watt Leistung entspricht er ca. der Leistung eines Kühlschranks. Meist wird daher die Grundlast im Haushalt abgedeckt. Eine netzautarke Lösung ist derzeit nicht vorgesehen.

        Das Ziel ist es, dass sich simon innerhalb seiner Lebensdauer selbst amortisiert. Dies hängt jedoch vom Standort und den zukünftigen Strompreisen ab. Je mehr Sonne auf den simon fällt und je stärker die Strompreise in Zukunft steigen, desto schneller rechnet sich simon. Wir wollten kein Finanzprodukt entwickeln, sondern eine Alternative zur herkömmlichen Energieversorgung anbieten. Wir streben eine Lebensdauer von mind. 10 Jahren an. Um eine erwartete Lebensdauer zu ermitteln ist es notwendig, das auszuliefernde Gerät in einer Klimakammer testen zu lassen. Da wir uns noch in der Entwicklungsphase befinden und die Produktionsstraße noch nicht fertig eingerichtet wurde, können wir zu diesem Zeitpunkt diesen Test noch nicht durchführen lassen.

  3. Kurt Rauch sagt:

    Bitte geben Sie mir genauera Details an, da ich Interesse habe.

  4. Heinz Holzer sagt:

    Ich bin zu Hause in einer Gemeindewohnung. Ist auch dort so eine Anlage möglich?
    Was würde das Finanziell kosten und was würde es mir bringen. Voraussetzung es
    ist bei „Wiener Wohnen erlaubt.

  5. alfons ritzinger sagt:

    1) Interessant.
    2) einige Fragen dazu: Kostenfrage wie viel ? Förderung?
    Befestigungsmöglichkeit ?
    danke für Antwort.

    • Derzeit kann simon unter https://1000×1000.at/simon zu einem Preis von EUR 599.- inkl. gesetzl. USt. bestellt werden. Ob und inwieweit simon förderwürdig ist, muss bei den jeweiligen Förderstellen erfragt werden. Wir haben uns intensiv damit beschäftigt, ein Produkt zu entwickeln, welches auch ohne Förderungen Spaß machen kann.

      Das Befestigungskit für die Serienproduktion ist derzeit noch in Entwicklung. Wir schwanken noch zwischen separaten Bauteilen, die am simon verschraubt werden müssen oder bereits in das Produkt integrierten Montagehaken. Es ist geplant, ein Befestigungskit mitzuliefern, welches eine Montage am Balkon oder Wand hängend bzw. auf einer Terrasse am Boden mit einem Neigungswinkel stehend ermöglicht.

  6. Steininger Alexander sagt:

    Die SOLAR-LÜGE in Wien,
    ich habe vor ein paar Monaten eine 5kWp Photovoltaik Anlage gekauft und am Hausdach montiert, und damit begangen die Schikanen der Stadt Wien.
    1., Weil mein Haus in einer Bausperr-Zone liegt muss ich einen 3-Fachen Bauplan bei der Baupolizei einreichen
    2., Für den Elektrotechnik Bescheid der Stadt Wien muss ich 70 € zahlen
    3., Wiener Netze will jetzt das ich meinen Zählerkasten auf einen Neuen tausche, ergibt ca. 2500€
    4., bis zum Zählerkasten tausch bekomme kein Geld für meinen eingespeisten Strom
    5., Vor 2 Wochen habe ich von den Wiener Netzen einen Bescheid bekommen , dass sie mir den Strom abdrehen wenn ich nicht bis zum 18.August den Zählerkasten tausche.
    6.,weil ich die Bundesförderung bekommen habe , bekomme ich nichts von der Stadt Wien im Gegenteil ich muss Bescheide bezahlen.
    7., keine Photovoltaik-Beratungsstelle in Österreich konnte mir sagen wer den besten Einspeisetarif hat !
    8., für die eingespeiste KWh würde ich 4,5 Cent bekommen
    die Liste könnte ich so fortsetzten , so wird man in Wien bestraft für eine Photovoltaik-Anlage
    mfg Alex

    • Energie Blog Energie Blog sagt:

      Guten Tag Herr Steiniger,

      als erstes möchte ich mich für die späte Antwort entschuldigen. Wir haben uns mit dem zustänigen Amt in Wien in Verbindung gesetzt und leider erst jetzt folgende Antwort bekommen:

      Vielen Dank für Ihre E-Mail vom 31. Juli 2015 an Frau
      Vizebürgermeisterin und amtsführende Stadträtin Mag.a Maria
      Vassilakou. In letzter Zeit kommt es auf Grund sehr vieler Anfragen an
      unser Ressort zu zeitlichen Verzögerungen bei unseren Antworten, ich
      ersuche Sie dafür um Verständnis.

      Nach Rücksprache mit der Magistratsabteilung 20 – Energieplanung kann
      ich Ihnen zu der übermittelten Lesermeinung Folgendes mitteilen:

      In Wien werden zahlreiche Maßnahmen zum Thema Klimaschutz,
      Energieeffizienz und erneuerbare Energien getroffen und der Ausbau von
      Photovoltaik-Kapazitäten, sowie entsprechende Fördermöglichkeiten
      sind uns wichtige Anliegen.

      Mit der Errichtung einer Photovoltaikanlage leistet man einen wichtigen
      Beitrag zur umweltfreundlichen Energieversorgung. Photovoltaikanlagen
      werden in Wien seit dem Jahr 2004 durchgehend gefördert und die
      Förderung kann – im Unterschied zu anderen Bundesländern – das ganze
      Jahr über beantragt werden. Zur Vermeidung unzulässiger
      Doppelförderungen werden im Zeitfenster der Bundesförderung (Klima-
      und Energiefonds) die ersten 5 kWp einer in Wien errichteten Anlage nur
      vom Bund gefördert. Erst die darüber hinausgehenden kWp können aus
      der Wiener Förderung gefördert werden.

      Im Zuge der Errichtung von Photovoltaikanlagen sind aus
      Sicherheitsgründen diverse Rahmenbedingungen zu berücksichtigen, wie
      etwa Vorgaben aus der Bauordnung oder aus elektrizitätsrechtlichen
      Vorschriften. Wir arbeiten daran, die Einreichmodalitäten laufend zu
      erleichtern und ermöglichen dadurch eine zügige Umsetzung der
      Projekte. So sind beispielsweise kleinere Anlagen unter 15 kWp nicht
      mehr genehmigungspflichtig, sondern es reicht hier eine Anzeige aus und
      mit der Installation der Photovoltaikanlage kann unmittelbar nach der
      Anzeige begonnen werden.

      Die im Leserbeitrag angeführten Kosten für den Zählerkastentausch
      liegen nicht im Einflussbereich der Stadt Wien, sondern ergeben sich aus
      den Vorgaben der Netzbetreiber.

      Mit der Liberalisierung der Märkte der leitungsgebundenen Energien
      wurde in Österreich die E-Control GmbH als Regulierungsbehörde
      eingerichtet. Die E-Control GmbH legt die Rahmenbedingungen für die
      Marktregeln im Wettbewerb der Strom- und Gasunternehmen fest und ist
      für die Regulierung der Netztarife sowie für die Ausübung der
      Marktaufsicht verantwortlich.

      Für Fragen und Probleme, die mit der Auswahl möglicher Stromabnehmer
      bzw. mit dem Netzzugang verbunden sind, sowie im Zusammenhang mit
      netztechnischen Angelegenheiten stehen, darf ich auf die Möglichkeit
      hinweisen, mit der Regulierungsbehörde E-Control GmbH in Kontakt zu
      treten.

      Energie-Control GmbH

      Rudolfsplatz13a

      A-1010Wien

      Tel:+43124724-0

      Fax:+43 1 24724-900

      http://www.e-control.at/

      office@e-control.at

      Mit freundlichen Grüßen

      Claudia Smolik, BA

      Ich bitte um Ihr Verständniss!

  7. Topidee! Das macht Solarenergie viel zugänglicher für die breite Masse.

  8. Gerhard sagt:

    Hallo! Gute Idee, kann man auch mehrere Simons betreiben bzw kombinieren?
    mfg
    Gerhard

  9. Herbert Senger sagt:

    Hallo ich hätte gerne mehr informationen über die preise und funktion. Herbert Senger 4382 Sarmigstein hirschenau 35

  10. ThomasFiebich sagt:

    Eine Frage zur Rentabilität:
    Lt. Wikipedia produziert eine Anlage Pro 1 kWp 650-1150 kW pro Jahr. https://de.m.wikipedia.org/wiki/Photovoltaikanlage
    Simon hat 0,15 kWp, es ist daher mit einer maximalen Leistung von 172 kWh p.a. zu rechnen. Die reinen Energiekosten -also ohne Netzkosten- betragen rund 10 ct. Jährliche Ersparnis daher weniger als 20 Euro. Bei Anschaffungskosten von 600 Euro müsste Simon 30 Jahre im Einsatz sein.

    Kann das stimmen?

    • Energie Blog Energie Blog sagt:

      Da simon® nicht nur Energie erzeugt sondern auch den Netzbezug im Ausmaß von ca. 150 kWh im Jahr reduziert, müssen bei der Rentabilität auch die Netzkosten berücksichtigt werden – Energiepreis, Netzentgelte sowie Steuern und Abgaben erreichen schnell die 20 ct/kWh. Die Amortisationszeit liegt somit bei ca. 20 Jahren. Uns ist bewusst das simon® kein Investmentobjekt ist und eine hohe Amortisationsdauer hat. Dies ist aber auch dem Umstand geschuldet, dass wir viel Wert auf die heimische Wertschöpfungskette legen und daher sehr viel in Österreich produzieren lassen, und dies macht das Produkt leider nun etwas teurer. Daher ist simon® bitte als ein Statement zur dezentralen Energieversorgung, ein Beitrag zur Energiewende und ein Bekenntnis zu Made in Austria zu sehen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.