Umwelt-Plus: Hotel produziert mehr Energie als es verbraucht

Umwelt-Plus: Hotel produziert mehr Energie als es verbraucht

Mitte April 2015 haben wir den Baubeginn des Eco Suite Hotels der Kolpingsfamilie Salzburg-Zentral gefeiert. 2016 soll das Hotel fertig sein – und mehr Energie produzieren, als es verbraucht. Wie wird die Idee eines Energie liefernden Gebäudes beim Eco Suite Hotel der Kolpingsfamilie Salzburg-Zentral konkret umgesetzt, und was können private Hausbesitzer und Sanierer fürs Energiesparen daraus lernen?

Wir brauchen eigentlich viel mehr solche „Häuser der Zukunft“. Warum? Tatsache ist, dass der Gebäudebereich einen wesentlichen Anteil hat an Energieverbrauch und Treibhaus-gasemissionen. Der Gebäudesektor ist daher ein zentraler Ansatzpunkt aller nachhaltigen Energieszenarien. Werden Gebäude zur Energiebereitstellung genutzt, so verringert das den Bedarf an zusätzlichen Standorten für Kraftwerke, weiters hält die verbrauchsnahe Energie-bereitstellung den Bedarf im Zusammenhang mit dem Ausbau der Netzinfrastruktur gering.

Wie wird nun die Idee eines Energie liefernden Gebäudes beim Eco Suite Hotel der Kol-pingsfamilie Salzburg-Zentral konkret umgesetzt?

Energiesparen DeLuxe

Ein solches Gebäude zeichnet sich zunächst einmal dadurch aus, dass es vor Ort mehr Energie erzeugt als verbraucht wird. In unserem Hotel erreichen wir das durch konsequentes Energiesparen – das geht aber keinesfalls zu Lasten des Komforts. Ein wichtiger Faktor ist zum Beispiel die Ausführung der Gebäudehülle in Passivhausqualität. Außerdem ist „intelli-genter“ Energieeinsatz unser Motto. Das gilt auch für die Stromanwendungen – so werden wir zum Beispiel im Eco Suite Hotel durchgängig LED-Leuchtmittel einsetzen. Vom Start weg wird der Strom vor Ort auf dem Dach des Erweiterungsbaus mittels Photovoltaik-Anlage pro-duziert. Als Ergänzung zu dieser natürlichen Stromquelle ist die Ausweitung der Strompro-duktion durch die Nutzung der Dachfläche des bestehenden Gebäudes geplant.

Österreich-Premiere

Ein besonderes Highlight ist die Abwasserwärmerückgewinnung: Die aus dem Abwasser zurückgewonnene Wärme deckt den Bedarf für Beheizung und Warmwasserbereitung im Erweiterungsbau. Außerdem gibt es noch einen Überschuss, der im bestehenden Kolpin-ghaus genutzt wird. Erdgaseinsatz und damit verbundene Treibhausgasemissionen werden entsprechend verringert und so ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz geleistet. Die Anlage zur Wärmerückgewinnung aus den häuslichen Abwässern ist die zentrale Innovation des Projekts und wird erstmalig in Österreich eingesetzt.

Wärmerückgewinnung aus Abwässern

Konkret funktioniert das so: Alle häuslichen Abwässer aus Erweiterungsbau und Bestand – einschließlich Fäkal- und Küchenabwässern – werden gemeinsam über die Wärmerückge-winnungsanlage geführt, eine getrennte Führung der verschiedenen Abwasserströme ist also nicht notwendig. Das Abwasser kann von einer mittleren Temperatur von rund 23°C bis auf etwa 5°C abgekühlt werden. Während unmittelbar nach Baufertigstellung neben dem neuen Eco Suite Hotel auch noch der Bestandsteil des Gebäudes mit Wärme mit versorgt wird, können in einer späteren Phase der Umsetzung des Plusenergiekonzepts auch benachbarte Gebäude mit ökologisch produzierter Wärme beliefert werden.

Wir wurden ausgezeichnet!

Und das freut uns besonders: Eine internationale Jury hat dieses innovative Vorhaben als richtungsweisendes „Haus der Zukunft“-Demonstrationsgebäude ausgewählt! Daher wurde dem Projekt eine Förderung aus Mitteln des Programms „Haus der Zukunft Plus“ des Bun-desministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie zuerkannt.

1 Kommentar

  1. Herzliche Gratulation zu Ihrem tollen zukunftsweisenden Konzept.
    Da wir selbst unser Firmengebäude ( Büro GFB Zell am See ) energieautark
    Umrüsten ( PV Anlage, Infrarotheizkörper, Ladesäulen, E – Fahrzeuge ,etc. )
    sind wir sehr an Ihrem Konzept der Wärmerückgewinnung aus Abwasser
    Interessiert.
    Können Sie uns dazu genauer informieren oder ihren technischen Planer/ Lieferant
    nennen.
    Für ihr Konzept selbst wäre ev. auch unser Projekt der “ weltweit ersten freien Solarroute “
    Interessant ?
    Liebe u. Solare Grüße
    Roland Haslauer
    GF & Partner GFB Green Business Solutions GMBH

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