Mehr als ein Bienen-Hotel: So errichten Sie Bienen-Nisthilfen

Mehr als ein Bienen-Hotel: So errichten Sie Bienen-Nisthilfen

Im eigenen Garten oder auf dem Balkon gibt es verschieden Möglichkeiten, Lebensraum für Wildbienen zu schaffen. Und davon hat man auch etwas: Bienen sind für die Bestäubung unserer Pflanzen unersetzlich. Lassen Sie vielfältigen Lebensraum zu: Totholz, offene Erde an Abhängen, Steinhaufen, Sand und Mauern.

Die in der Praxis gängige Bezeichnung Bienenhotel ist eigentlich irreführend, da die meisten Bienenarten die Behausung länger als nur für wenige Tage nützen. Ihre Larven verbringen meist ein ganzes Jahr in den Nistgängen, bevor sie als erwachsene Biene ausziehen. Bei Nisthilfen – das ist eine treffendere Bezeichnung – gibt es einiges zu beachten.

Vorsicht, Verletzungs-Gefahr

Plastik- oder Glasröhren, Holzspäne und Tannenzapfen eignen sich nicht für Wildbienen und schaden ihnen mehr, als sie nützen. Wird bei Holzelementen in das Stirnholz, also die Jahresringe, gebohrt, kann das Holz reißen und eindringende Feuchtigkeit sowie Holzspäne können die Bienen verletzen.

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Bienen am Balkon

Die über 600 Wildbienenarten und die vielen anderen bestäubenden Insekten in Österreich bevorzugen nicht nur unterschiedliche Pflanzen, sondern haben auch spezielle Wohnbedürfnisse. Daher ist es wichtig, neben Bienenhäusern auch natürliche Lebensräume im eigenen Garten oder auf dem Balkon zuzulassen: Holzbienen, Grabwespen und Wald-Pelzbienen besiedeln morsches Totholz. Man kann ihnen Unterschlupf bieten, indem man abgestorbenes, trockenes Holz an einem sonnigen und trockenen Platz aufschichtet. Die Äste sollten weich und morsch sein, die Bienen graben sich ihre Gänge dann selbst.

Wo sich Bienen vor Regen schützen

Lose aufgeschichtete Steine oder sogenannte Lesesteinhaufen werden von Wildbienen oft für Ruhepausen, zum Übernachten oder als Unterschlupf bei Regen genutzt. Sand – entweder in Form einer Steilwand, eines Haufens oder auch als Element einer Nisthilfe – ist die ideale Nistmöglichkeit für Scherenbienen, Schornsteinwespen, Pelzbienen und viele andere. Wichtig ist hierbei, dass der verwendete Sand nicht zu hart, aber trotzdem kompakt ist. Idealerweise handelt es sich um eine natürliche, ungewaschene, lehm- und lößhaltige Sandmischung. Einige kurze Löcher locken die Bienen an, die dann ihre eigenen Gänge graben und besiedeln.

Lebensraum bewahren

75% der heimischen nestbauenden Wildbienen nisten in der Erde, sie nutzen gerne einfache offene und sonnige Erdstellen. Genauso beliebt sind natürliche Steilwände an Flussufern oder Weinbergen, leider werden diese immer knapper. Ebenso wird Kalkmörtel zum Bauen kaum mehr verwendet. Hier hilft es, den vorhandenen Lebensraum zu bewahren: Sandstreifen unter Hausdächern, Erdflecken bei Gartenwegen, Lehmwände und loser Mauerverputz sind oft schon von Bienen besiedelt und sollten deshalb nicht entfernt werden.

Tipps und Infos zum Thema „Gärtnern ohne Pestizide“ erfahren Sie in meinem nächsten Beitrag.

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