Heizen mit Luft, aber richtig und frostsicher!

Heizen mit Luft, aber richtig und frostsicher!

Luft-Wasser-Wärmepumpen werden im Einfamilienhausbereich immer öfter zum Heizen eingesetzt. Das System ist effizient, sparsam und, solange der Strom aus sauberen Quellen kommt, umweltfreundlich. Pumpe ist aber nicht gleich Pumpe. Welche Luft-Wasser-Wärmepumpe passt in ein schlecht gedämmtes Haus? Welche ist am besten gegen Frost geschützt? Und welche Pumpen sind in der Praxis lauter, als es der Hersteller verspricht?

Eine Wärmepumpenheizung entzieht der Umwelt – auch im Winter – Wärme und erwärmt diese, sodass man damit heizen kann. Im Einfamilienhausbereich werden vor allem Luft-Wasser-Wärmepumpen eingesetzt. Durch Prozessumkehr kann die Luft-Wasser-Wärmepumpe auch kühlen. Eine gut geplante Anlage arbeitet sauber und günstig. Wer sich eine Luft-Wasser-Wärmepumpe anschaffen will, hat aber die Qual der Wahl.

Sicher gegen Frost

Karl Kurzmann, Techniker beim oberösterreichischen Haustechnik-Unternehmen Grillenberger beschäftigt sich seit Jahren mit Luft-Wasser-Wärmepumpen, hat mit seinen Kollegen das passende System für zahlreiche Einfamilienhäuser ausgetüftelt, installiert, serviciert. Was ist seine persönliche Nummer 1? „Eine Splitanlage mit Kältemittelverbindungsleitung vom Technikraum ins Freie“. Diese Variante hat den Vorteil, dass die Wärmepumpe im Gebäude und damit vor Witterung geschützt untergebracht ist. Der Verdampfer kann draußen stehend oder liegend installiert werden. Mit Kältemittelleitungen wird die sichere Verbindung gewährleistet. „Mit diesem System kann es auch bei längeren Stromausfällen im Winter keine Probleme mit Frost geben“, so Kurzmann. Frost-Probleme gebe es auch bei anderen Varianten nur sehr selten. „Aber wenn es eine von fünfhundert betrifft, und das ist Ihre, ist es ein Problem für Sie. Mit einer Splitanlage mit Kältemittelverbindungsleitung ist man auf der ganz sicheren Seite.“

Kompakt-Anlagen

Eine etwas günstigere und ebenfalls beliebte Variante sind Kompakt-Luft-Wärmepumpen: Dabei verläuft eine Heizungswasserverbindungsleitung von drinnen nach draußen. Wenn es frostig ist und ein längerer Stromausfall auftritt, muss die Leitung entleert werden. Das kommt zwar nicht oft vor. „Aber so frostsicher wie eine Splitanlage mit Kältemittelverbindungsleitung sind die Kompakt-Analgen nicht“, erklärt Karl Kurzmann.

Modernes Heizsystem für unsaniertes altes Haus

Wie kann man in einem alten, schlecht gedämmten Haus Heizkosten sparen, ohne das ganze Gebäude thermisch zu sanieren? Auch dabei kann die richtige Wärmepumpe helfen. „Für solche Fälle empfehle ich eine HiTemp-Wärmepume. Das ist ein Splitgerät mit einer Vorlauftemperatur von bis zu 80°. Damit kann man auch in schlecht gedämmten Häusern mit Heizkörpern wohlige Wärme genießen und Heizkosten einsparen.“ Der Wechsel zur günstigeren und umweltfreundlichen Variante sei auch nicht kompliziert: „Ölheizung raus, Luft-Wärmepumpe rein. Fertig.“

Nur ein Flüstern

Wichtig für Wärmepumpen-Besitzer und deren Nachbarn ist die Lautstärke, mit der das Gerät im Freien arbeitet. In Wohngebieten sollte man 30 Dezibel außen in der Nacht nicht überschreiten. Manche Geräte sind aber lauter. Karl Kurzmann warnt: „Immer wieder kommt es vor, dass Anbieter Zertifikate und Schalltests vorlegen, die Flüstermodus versprechen. Aber die Tests dazu werden oft bei 7° Celsius durchgeführt. Im Winter, wenn sie vereisen, werden sie dann wesentlich lauter.“ Tipp: Informieren Sie sich bei einem Fachbetrieb, welches System auch bei Kälte wirklich leise arbeitet.

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