Nachhaltig renovieren – schädliche Stoffe vermeiden

Nachhaltig renovieren – schädliche Stoffe vermeiden

Achten Sie beim Renovieren darauf, ob Farben, Lacke, Tapeten oder Fußböden nachhaltig sind? Sollten Sie machen: Schließlich können Ausdünstungen von Schadstoffen zu Reizungen von Augen, Nase und Haut führen. Und viele der Fußböden werden oftmals unter wenig sozialen Bedingungen gefertigt.

Vor dem Renovieren: Orientierungshilfen nutzen

Die gute Nachricht: Niemand muss alles jetzt auf gleich umkrempeln, um nachhaltig zu leben. Orientierung bietet „Der Nachhaltige Warenkorb“ (auch als App für Android und iOS). Der Einkaufsratgeber des Rates für Nachhaltige Entwicklung (www.nachhaltigkeitsrat.de) liefert Faustregeln für alltägliche Konsumentscheidungen, unter anderem für Haushalt und Energie, Einrichten und Renovieren, Wohnen und Bauen. Er bewertet auch im Markt besonders gängige, empfehlenswerte Nachhaltigkeitssiegel sowohl auf ökologische wie auch auf soziale Aspekte.

Emissionsarme Farben – vorteilhaft für Umwelt und Gesundheit

Beim Kauf von Wandfarben und Lacken sind emissions- und schadstoffarme Produkte empfehlenswert. So können Sie etwas für Ihre Gesundheit und die Umwelt tun. Wer eine 100 %ig ökologische Alternative sucht, kann statt der häufig verwendeten Dispersionsfarben für Innenräume auf Kalk-, Leim-, Kasein- oder Silikatfarben zurückgreifen.

Tapeten aus Recyclingpapier – Ressourcen sparen und gutes Raumklima schaffen

Achten Sie bei Tapeten auf Produkte aus Altpapier und auf chlor- und weichmacherfreie Materialien. Recyclingtapeten sparen Ressourcen und reduzieren die mit der Zellstofferzeugung verbundenen Umweltbelastungen. Tapeten können den Weichmacher PVC enthalten, der sich auch hinter Bezeichnungen wie Vinyl, CV oder VC verbirgt. Wählen Sie Produkte, die ohne Weichmacher und Polyethylen und -propylen (PE/PP) auskommen.

Teppiche und Bodenbeläge – umweltverträglich und fair

Entscheiden Sie sich für langlebige Bodenbeläge, die gesundheitlich unbedenklich sind und unter Berücksichtigung sozialer Mindeststandards hergestellt wurden. Fliesen, Linoleum, Kork oder Parkettböden aus Holz sind langlebiger als Teppichböden, allerdings ist die Feinstaubbelastung bei glatten Böden viermal höher als dort, wo Teppichböden den Staub binden.

Nachhaltige Siegel

Wenn Sie nachhaltige Farben, Lacke, Tapeten oder Bodenbeläge suchen, helfen diese Siegel:

  • Der Blaue Engel kennzeichnet u. a. emissionsarme Wandfarben, schadstoffarme Lacke, Tapeten und Raufaser überwiegend aus Papierrecycling, Produkte aus Holz sowie verschiedene Fußbodenbeläge.
  • Produkte mit natureplus-Label sind für die Gesundheit unbedenklich und umweltgerecht hergestellt.
  • Das europäische Umweltzeichen gibt es für harte Bodenbeläge sowie für Farben, Lacke und Lasuren.
  • Das eco-Institut-Label zeichnet Böden aus, die auf Schadstoffe und Emissionen überprüft und als gesundheitlich unbedenklich eingestuft wurden.
  • Das GuT-Label kennzeichnet Teppiche, die umweltschonend hergestellt wurden, gesundheitsverträglich sind und am Ende der Nutzung möglichst problemlos entsorgt werden können.
  • Das GoodWeave-Siegel steht für soziale Mindeststandards bei der Herstellung handgeknüpfter Teppiche, z. B. Verbot von Kinderarbeit und Zahlung der im Land üblichen gesetzlichen Mindestlöhne.

Der Blaue Engel kennzeichnet u. a. emissionsarme Wandfarben.
Quelle: RNE/Christof Rieken

Bodenbeläge sollten langlebig, gesundheitlich unbedenklich und unter Berücksichtigung sozialer Mindeststandards hergestellt worden sein.
Quelle: RNE/Christof Rieken

2 Comments

  1. Isabel sagt:

    Vielen Dank für diesen interessanten Artikel! Gerade beim Bauen und Renovieren ist es immens wichtig, schadstoffarme Produkte zu verwenden, immerhin verbringen wir zumindest ein Drittel unseres Lebens in Innenräumen!
    Im Dschungel aus Gütesiegeln ist es nicht immer leicht, den Überblick zu bewahren. Herzlichen Dank für die tolle Übersicht!

  2. Gerd sagt:

    Hallo Anna,

    auf sowas habe ich bisher gar nicht geachtet! Sollte ich allerdings, denn man verbringt ja wirklich viel Zeit in seiner Wohung oder seinem Haus.

    Danke für diesen Artikel!

    Viele Grüße,
    Gerd

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