Mein Fazit zur Speicherinitiative des Klima- und Energie Fonds

Mein Fazit zur Speicherinitiative des Klima- und Energie Fonds

140 Speicher-ExpertInnen kamen auf Einladung des Klima- und Energiefonds zusammen. 6 Arbeitsgruppen widmeten sich in drei Workshops dem Thema Energiespeicher in Österreich.

Gesucht waren Antworten auf zwei zentrale Fragen: Wie schaut der Status quo für Energiespeicher in Österreich aus? Und welche Voraussetzungen für eine starke Weiterentwicklung dieses Marktes sind nötig?
Der Grundtenor der 6 Arbeitsgruppen lautete: Speicher sind der Schlüssel für eine vollständig erneuerbare Energieversorgung. In den nächsten Jahren bedarf es aber noch Fortschritten in Forschung & Entwicklung sowie Praxiserprobung.

Zukunftsweisende Speicher-Technologien

Dabei sollen die bereits technologisch ausgereiften Speicher am Markt von besseren und billigeren Speichertechnologien abgelöst werden, idealerweise unter dem Ausbau der bestehenden österreichischen Technologiekompetenz (Zellchemie, Packs Assembling und Engineering). Neben der Erforschung zukunftsweisender Zelltechnologien (solid State, Magnesium, Lithium Luft) setzt die Speicherinitiative auf die kontinuierliche Verbesserung der Gesamtwirkungsgrade und die Effizienz im Teillastbereich.

Kommt das Kleinsystem?

Wünschenswert wäre die finale Entwicklung eines Kleinsystems mit ca. 10kW Leistung, mit einem minimalen ökologischen Fußabdruck und geringen Transport- und Installationskosten.
Um diese technologischen Sprünge und Skaleneffekte zu erzielen, ist aber auch die Schaffung der passenden Rechtsgrundlagen und Normen notwendig. Dafür benötigt es:

1. einheitliche Definition von Energiespeichern
2. eines konkretes Regelwerk für Li-Ion-Speicher
3. eine Ergänzung der Brandschutzrichtlinie
4. und eine Anpassung der „Unbundling“-Bestimmungen auf EU-Ebene ,für mehr Handlungsspielraum für Netzbetreiber im Sinne der Netzstabilisierung

Möglichst viel selbst produzierten sauberen Strom selbst verbrauchen
Bis dahin, in den kommenden 5-10 Jahren, dienen Stromspeicher vor allem der Maximierung der Eigenstromversorgung, der Notstromversorgung und dazu, die heimischen Stromnetze zu entlasten.

Strom speichern: Mögliche Geschäftsmodelle

Als mögliche Geschäftsmodelle sind Anwendungen im Heimspeicherbereich, aber auch virtuelle „Schwarmlösungen“ oder Quartierspeicher/Großspeicher denkbar. Deshalb sollen unter anderem Demonstrationsprojekte zu virtuellen Speicherlösungen (zentrale Großspeicher) und Praxistests von virtuellen Speicherkraftwerken. Bestehend aus 50-100 beteiligten PV Anlagen- und Heimspeicherbesitzern, unterstützt und gefördert werden. Diese Stromspeicher nehmen als virtuelles oder physisches Großkraftwerk am Großhandelsstrommarkt teil und erwirtschaften Erlöse für Systemdienstleistungen, für Ihre Teilnahme am Regelenergiemarkt oder am Spotmarkt.

Best Practice Beispiele

Die Technologien und die Best Practice Beispiele gibt es bereits, wie die beiden Unternehmen sonnen GmbH und SENEC.IES zeigen. Weitere Geschäftsmodelle, die jedoch nicht intensiver erörtert worden sind, umfassten „Energieleasing“, „Second Life für Akkus aus E-Fahrzeugen“ und der Verkauf und Bau von Speichersystemen selbst.

Im Bereich der Insel- oder Nano-Grid Lösungen soll laut Speicherinitiative außerdem ein Vergleich zwischen netzabhängiger und Inselversorgung auf volkswirtschaftlicher und ökologischer Ebene gezogen werden. Der vollständige Abschlussbericht der Startphase der Speicherinitiative des Klima- und Energiefonds soll Empfehlungen für die (Förder-)Politik abgeben und einen Vorgeschmack darauf geben, wo eventuelle Förderungen ab dem Jahr 2017 alloziert werden. Der Bericht kann unter speicherinitiative.at downgeloaded werden.

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