„Sonnenstrom auf Vorrat“ in 5 Minuten

„Sonnenstrom auf Vorrat“ in 5 Minuten

Am 13. Oktober fand die Veranstaltung „Sonnenstrom auf Vorrat“ statt. Die wichtigsten Ideen, Informationen und Tipps habe ich hier für Sie zusammengefasst.

Mit mehr als 300 Besuchern feierte die jährliche Tagung, die vom Bundesverband Photovoltaik Austria organisiert wird, einen neuen Teilnehmerrekord.

Der österreichische Speichermarkt wächst

Österreichs PV Leistung erreichte im Jahr 2016 1 GW, was einer Jahresstromerzeugung von >1TWH entspricht. Weltweit beträgt die Speichermenge von stationären Lithium-Stromspeichern 1-2GWh. Im Vergleich dazu ist der Anteil der Handy- und Laptopakkus weitaus größer (ca. 38-39GWh) wie auch jener der E-Mobilität (ca. 29-31GWh). Durch die steigende Nachfrage in allen drei Segmenten werden Preissenkungen von derzeit ca. 350 $/kWh auf ca. 80 $/kWh bis 2030 bei prismatischen und zylindrischen, insbesondere bei LiFePO4 und NMC/NCA-Zellen erwartet. Die Nutzung von E-Mobilen für stationäre Speicheranwendungen wird jedoch erst ab 2020 erwartet.

Attraktiver Markt

Österreich liegt hinter Japan, den USA und Deutschland auf dem 4.Platz im Bereich „Attraktivität der weltweiten Potenzialmärkte für Stromspeicher“, noch weit vor Italien, Großbritannien oder Australien. Zwar ist der Gesamtmarkt noch klein, jedoch stabil und nicht alleine von Förderungen abhängig. Abhängig von den Entwicklungen von Strom- und Systempreisen kann er noch deutlich attraktiver werden. Deshalb bieten 85% (höchster Anteil in Europa) der Elektrounternehmen bereits Speicher an oder planen, dies ab Ende 2016 zu tun. Am bekanntesten sind hierzulande die Marken Fronius, Tesla, Varta und sonnen. Ein Drittel der Installationen in Österreich sind nachgerüstete Retro-fit Anlagen, insgesamt liegt die Speichertiefe bei mehr als der Hälfte der Installationen zwischen 4 und 8kWh.

Speicher in Großanwendung

Der Klima-& Energiefonds hat Anfang des Jahres eine Speicherinitiative ins Leben gerufen: aus dem Abschlussbericht der Startphase geht hervor, dass Pilotprojekte mit Stromspeichern für Netzdienstleistungen und je ein Pilotversuch mit einem virtuellen Speicherkraftwerk („Schwarmstrom“ mit 50 – 100 Kunden) und mit einem Großspeicher oder „Quartierspeicher“ gefördert werden sollen. Außerdem soll sichergestellt werden, dass Österreich seine Technologiekompetenz im Speicher- und Zulieferbereich weiter ausbaut.
Beispiele aus der Praxis zeigen, dass Speicher in Großanwendung sogar am Regelenergiemarkt mitwirken könnten und das Thema „Warmwasser aus PV Strom“ auch in Österreich schon präsent ist. Doch nicht nur der Heimspeichermarkt wächst, die Firma Tesla hat gezeigt, dass Großprojekte im höheren MWh-Bereich, z.B. für Solarparks, zunehmen.

Rohstoffeinsatz von Lithium und Recycling

Lithium ist in Salzseen, Lithiumminen und im Meer vorhanden und wird auch in dieser Reihenfolge, auf Grund der jeweiligen Konzentration in der Lake oder im Gestein, abgebaut. Zwar steigt die Nachfrage für Lithium (ca. 36.000t), bei dem leichtesten Metall handelt es sich aber laut EU noch nicht um einen kritischen Rohstoff. Auch wenn der jährliche Bedarf bis 2050 auf rund 0,5 Mio. t steigen sollte, macht das Recycling von Lithium aus Batterien bis dahin energetisch noch zu wenig Sinn und ist technisch schwer machbar. Heutzutage wird nur der Elektrolyt durch thermische Behandlung verdampft – wertvolle Metalle wie Kupfer, Aluminium oder Nickel werden schließlich abgeschieden und, vor allem, das knappe Kobalt wird derzeit wieder verwertet.

Altbatterien im Einsatz?

Auch bei den potenziellen Verwertungen in Second-Life Anwendungen gibt es derzeit noch Einschränkungen: Zwar könnten Altbatterien in Zukunft die Kosten für Heimspeicher und Regelenergie-Anwendungen um ca. 26-33% senken, die Sicherheitsbedenken bei alternden Akkus und die aufwändige Aufbereitung sind aber noch ein zu großes Hindernis für die meisten Geschäftsmodelle. Ein Akku der tiefentladen ist, läuft nämlich beim Wiederaufladen Gefahr einer Dendritenbildung und eines internen Kurzschlusses.

In meinem nächsten Beitrag blogge ich über das Thema Einbau, Wirkungsgrad und Betriebssicherheit eines Stromspeichers.

2 Comments

  1. Hmm darauf bin ich noch nicht gestoßen. Vielleicht komm ich ja nächstes Mal auch zu der Messe. Aber wär die Seite hier nicht gewesen wäre ich auch nicht auf das thema gekommen. http://alternative-energie-system.de/ Wie dem auch sei vielleicht sehn wir uns ja nächstes mal dort 😉

  2. Reinhard sagt:

    Hallo,
    die Messe ist immer großartig um auf dem aktuellen Stand bei dem Thema der alternativen Energiegewinnungen, Solarengergie, Photovoltaik etc. zu sein. Ich selbst bin ja ein großer Beführworter von alternativen Systemen und Energiequellen und besitze schon seit ein paar Jahren eine Photovoltaik Anlage von https://www.stw.at/privatkunden/energie/photovoltaik auf meinem Dach. In den anderen Bereichen freue ich mich immer, wenn ich neue Informationen bekomme und ich versuche auch einige Sachen für mich zu verwenden bzw. beobachte die weitere Entwicklung. Viele Ideen finde ich sehr spannend, allerdings gewisse Ideen müssen auch noch etwas reifen!
    Herzlichst, Reinhard

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