Kompletter Umbau und Umstellung auf Infrarotheizung

Kompletter Umbau und Umstellung auf Infrarotheizung

Meine Wohnung in der Wiener Josefstadt ist vor 20 Jahren das letzte Mal saniert worden. Zeit für ein neues Heizsystem!

Was früher ein No-go gewesen ist, nämlich mittels Strom Elektroradiator oder eine Nachtspeicherheizung zu betreiben, ist heute – in etwas anderer Form – durchaus sinnvoll: Durch den hohen Wirkungsgrad von Infrarotheizungen und die Möglichkeit, sie mit Ökostrom zu heizen, gewinnt man an beiden Enden: Der Energieverbrauch sinkt und kann zu 100% aus erneuerbarem Ökostrom bereitgestellt werden.

Die Therme, der Balgengaszähler und die 4 Radiatoren wurden in nur einer Stunde von der Firma Sanivolt ausgebaut. Die Heizkörper waren in insgesamt zwei Stunden montiert, was ich zum Teil, nach der Vorbereitung des Elektrounternehmens und der Erstellung eines neuen Elektrobefundes, problemlos selbst machen konnte. Die Steuerung der Heizkörper erfolgt nun über ein FIBARO smart Home System, das die Temperatur für jeden Raum individuell, auch von unterwegs einstellen lässt. Die Heizung läuft absolut geräuschlos und liefert auch bei einer niedrigeren Raumtemperatur das gleiche Wärmeempfinden – sicher einer der Effizienzvorteile von Infrarotheizkörpern.

Das Badezimmer ist beispielsweise so eingestellt, dass es die Heizung in der Früh und abends, kurz bevor das Bad benutzt wird, anspringt. Normalerweise ist ein Fliesenboden immer sehr kalt, durch die Strahlungswärme kommt es einem nun aber so vor, als liefe eine Fußbodenheizung (siehe Bild unterhalb, rechts ist der neue Zustand).

Marmorheizung auch als optischer Aufputz
Was ich an den Wiener Wohnungen in Gründerzeithäusern so mag, sind die großen Fenster und Türen und die schönen Parkettböden. Die Marmorheizungen passen da ausgezeichnet in die Wohnungsästhetik und da ich die Heizkörper an beliebigen Orten montieren kann, habe ich die Fensterkästen nun auch wieder freigelegt (siehe Fotos unterhalb):

(links „vorher“, rechts „nachher“)

Fazit Umstieg auf Infrarotheizung
Der Umstieg auf das neue Heizsystem kostete mich etwas über € 4.000.-. Laut meiner Kostenaufstellung soll der laufende Betrieb etwas günstiger sein, als mit einer Gasheizung. Zwar kostet eine Kilowattstunde Strom durchschnittlich 2,5mal so viel wie eine Kilowattstunde Gas, durch den geringeren Verbrauch aufgrund der höheren Effizienz, bleiben aber die absoluten Kosten niedriger – ein Gedanke, mit dem ich mich erst mal anfreunden musste.
Neben den optischen Vorteilen der Marmorheizkörper, von denen keiner dem anderen gleicht, ist auch die gefühlt-angenehmere Wärme in fettes Plus. Dieses Feedback habe ich auch schon von dem einen oder anderen Air BnB Gast bekommen.


Ein weiterer Vorteil ist, dass das neue System mit Infrarotheizungen wartungsfrei läuft. Keine Terminvereinbarungen und Überprüfungen mehr. Auf die Heizpanele habe ich bis zu 5 Jahre Garantie, jedoch frage ich mich, was an ihnen überhaupt defekt werden soll; es gibt nämlich keine beweglichen oder wasserführende Teile bei dieser Heizung. Der Rauchfangkehrer hat mich auch schon aus seinem Überprüfungsplan gestrichen, auch wieder schade, soll sein Besuch doch Glück bringen…

2 Comments

  1. Wärmepumpenheizer sagt:

    Tust halt keine Kleinkinder an die Heizkörper greifen lassen (z.T. über 100°C).
    Stromheizung im Energieblog ist hinterfragenswert!

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