Natürlicher Energiespar-Garten

Natürlicher Energiespar-Garten

Umweltschonend das eigene Grün genießen: Landschaftsarchitektin Birgit Fischer-Radulescu (www.purpurgruen.at) hat für Wohnzeit einen naturnahen und energieeffizienten Garten geplant. Energieblog bringt das Interview zum Plan.

purpurgrün

Landschaftsarchitektin Birgit Fischer-Radulescu plant Gärten „zwischen Pflanzenwelt, Architektur, Kunst, und Bautechnik“. Die Wienerin hat in Deutschland studiert, bei den britischen Gartenarchitekten Colvin and Moggridge gearbeitet. Sie veranstaltet auch Wochenendseminare, in denen sie ihr Wissen über zeitgemäße Gartengestaltung teilt. www.purpurgruen.at Fischer-Radulescu ist zudem Teil eines Projektteams, das ein „autarkes“ Wohnquartier in Wien (smarta-wien.at) entwickelt.

Wie kann man seinen Garten möglichst naturnah und energieeffizient gestalten?
Birgit Fischer-Radulescu: Energiesparen beginnt bei der Planung bzw. dem Bau des Gartens. Dazu gehört auch Ressourcenschonung, man kann gebrauchte Materialien wie Reste vom Hausbau, alte Ziegel oder Steine nutzen, die bereits am Grundstück vorhanden sind. Generell sollte man natürliche bzw. nachwachsende Rohstoffe einsetzen, etwa Holz oder Stein, Weidengeflechte oder Haselgeflechte. Lärchenholz von regionalen Produzenten statt Tropenholz, heimischen Stein.

Was ist bei der Planung eines Energiespar-Gartens zu beachten?
Man sollte den Garten unter Berücksichtigung der Himmelsrichtungen und Sonneneinstrahlung planen, auch in Bezug auf Gebäude. Ein geschickt positionierter Laubbaum südlich des Gebäudes kühlt dieses im Sommer, läßt aber im Winter Sonne zum Gebäude durch. Den Pool bzw. naturnahen selbstreinigenden Schwimmteich möglichst unbeschattet in der Sonne anlegen, das spart Heizkosten. Pool- oder Teichwasser kann ansonsten am Dach gewärmt werden oder mittels Wärmepumpe. Eine entsprechende Abdeckung hält Wärme im Pool und bündelt Sonnenlicht zur Erwärmung. Die Pumpen für Quellsteine, Wasserspiele solar betreiben. Auch Solarduschen funktionieren toll. Für den Rasenmäher: Solar- oder Windenergie zum Aufladen des Akkus einsetzen.

Bei der Beleuchtung nutzen wir auch Solarenergie?
Ja. Je nachdem, wieviele Lampen man will, sind Einzelsolarleuchten oder ein größeres Panel für alle Leuchten gemeinsam sinnvoll. Ein Glashaus bzw. eine unbeheizte Orangerie ist an sonniger Stelle im Garten praktisch, zum Beispiel neben dem Teich oder Pool. Nicht nur zur Überwinterung verschiedener Pflanzen bzw. Anzucht geeignet – man kann im Winter bei Sonnenschein dort auch bequem sitzen. Die Terrasse am Haus beschatten wir mittels Sonnensegel oder Markise, das verringert auch die Sonneneinstrahlung ins Wohnzimmer.

Sie empfehlen auch trockenheitsresistente Pflanzen. Dennoch muss man manchmal gießen…
Da empfehle ich: Regenwasser inkl. Dachwasser sammeln und zur Bewässerung nutzen. Im kleinen Rahmen, etwa für Gemüsebeete, genügt dazu eine Regentonne. Diese kann erhöht stehen, dann ist auch mit Schlauch nutzbar. Optimal bei längeren Trockenperioden: Eine große Zisterne mit automatischer Bewässerungsanlage. Die Bewässerungsanlage sollte in der Früh zwischen 4 und 5 Uhr laufen – das tut den Pflanzen besonders gut, und bei geringster Verdunstungsrate hat man die effizienteste Bewässerung. Im Herbst lassen wir den Laub in Beeten unter Gehölzen als Mulchschicht über den Winter liegen. Im Frühjahr hat man nur halb so viel Arbeit, da es verrottet. Wenn dann die Hecke noch mit laubschluckenden Bodendeckern unterpflanzt ist, hat man gar keine Arbeit und braucht keinen Laubsauger.

Tipps

Diese trockenheitsresistenten Pflanzen helfen Energiesparen:

Bäume:

  • Ahorn
  • Silber-Linde
  • Felsen-Birne
  • Zürgelbaum
  • Judasbaum
  • Gleditschie
  • Blüten-Esche
  • Eberesche

Sträucher:

  • Schmetterlingsstrauch/Sommerflieder
  • Hartriegel
  • Zierquitte
  • Blasenstrauch
  • Hibiskus
  • Tamariske
  • Haselnuß
  • Kirschlorbeer

Blütenstauden und Kräuter:

  • Lavendel
  • Salbei
  • Thymian
  • Schafgarbe
  • Blauraute
  • Färberkamille
  • Steppenkerze
  • Nelken
  • Bart-Iris / Schwertlilie
  • Mohnblumen
  • Bestimmte Storchschnabelarten bzw -sorten
  • Roter Sonnenhut
  • Skabiose
  • Witwenblume
  • verschiedene Ziergräser (z.B. Federgras, Reitgräser, Schwingel, Lampenputzergras)
  • Zierlauch

Laubbäume:
Bitte auf die richtige Größe achten: Fassade soll beschattet sein, das Dach mit Solarpanelen nicht.

  • Feld-Ahorn, Dreizahn-Ahorn, Eschen-Ahorn
  • Linde ‚Green Globe‘
  • Zier-Kirsche
  • Zier-Apfel
  • Große Obstbäume (z.B. Apfelbaum, Kirsche, Nußbaum)

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