Pflanzen im Sand-Beet: Ohne düngen, ohne gießen, ohne Unkraut

Pflanzen im Sand-Beet: Ohne düngen, ohne gießen, ohne Unkraut

Garten-News aus Schweden: Peter Korn entwickelte ein revolutionäres System, bei dem die Pflanzen in Sand gesetzt werden – ohne Dünger und ohne Gießen.

Wie Blogger-Kollege Wolfgang Knabl habe auch ich Schweden besucht. Allerdings nicht Stockholm, sondern Göteborg. Nahe der südwest-schwedischen Metropole hat Peter Korn, Star der schwedischen Staudengärtner, einen spektakulären Schaugarten. Das Revolutionäre daran ist weniger, was hier wächst, sondern wie: Peter Korn hat auf einigen tausend Quadratmetern einen Steingarten angelegt, in dem die Pflanzen ausschließlich in Sand wachsen! Ohne düngen, ohne gießen, ohne Stress mit Unkraut! Das System scheint perfekt zu funktionieren, der Garten ist eine Pracht, die Pflanzen so gesund und kräftig, dass man neidig werden kann. Und das Geniale daran: Wie erwähnt wird hier weder gegossen noch gibt es große Probleme mit Unkraut.

Energiesparen im Garten

Natürlich ist es in Schweden im Sommer nicht ganz so heiß wie bei uns. Ich gehe aber davon aus, dass das Sand-System auch bei uns – zumindest in den niederschlagsreicheren Regionen – funktionieren kann. Ich habe mich mit Peter Korn (siehe Foto) unterhalten, und ihn unter anderem gefragt, welche Pflanzen auf Sand gesetzt werden können. Seiner Erfahrung nach gedeihen Steingartenpflanzen und alpine Stauden besonders gut im Sand. Aber auch Pfingstrosen wachsen auf Sand prächtig, stehen kompakt und gesund im Beet, ebenso Lupinen, Glockenblumen oder die besonders gewaltig wachsenden Königskerzen – wie man in seinem Sandgarten sieht. Sogar Magnolien blühen wunderbar auf Sand, ebenso Wurzelgemüse (Karotten, Sellerie, Pastinaken, etc.).
Salate die viel Grünmasse bilden, muss man beim Sand-Beet allerdings mit Dünger versorgen.

Die sieben Tricks des schwedischen „Sand-Gärtners“

1. Humus entfernen
Diese Maßnahme wirkt am Anfang seltsam, klar, üblicherweise versorgt man Blumen & Co mit humusreicher Erde. Aber das Prinzip dieses Gärtners ist, dass sich die Pflanzen Wasser und Nährstoffe suchen. Daher wird großflächig (nicht bloß für ein Pflanzloch, sonst gibt es den Blumenvasen-Effekt) die oberste Humusschicht abgetragen. Den Boden darunter lockern.

2. 30 cm Sand auftragen

Wichtig: Der Sand sollte Korngröße von 0 bis 0,8 mm haben. Und: Die Feinteile dürfen nicht verkleben. Also man darf damit keinen Sandkuchen machen können. Ein Sandbeet ist definitiv keine Kinder-Sandkiste.

3. Pflanzenwurzeln auswaschen
Für viele traditionsbewusste Gärtner wohl die größte Überraschung: die Pflanzen, die man in das Sandbeet setzt, werden aus dem Topf genommen, die Erde ausgeschüttelt und danach die Wurzeln ausgewaschen. So verbinden sich die Wurzeln rasch mit dem Substrat.

4. Stöcke teilen
Je kleiner die Pflanzenteile sind, desto schneller wachsen sie an. Ein in voller Blüte stehender Salbei (z.B. Salvia nemorosa) wird zum Beispiel auf sechs bis acht Teile geteilt. Selbst einzelne Äste mit nur ein paar Wurzeln, werden anwachsen. Einige Wochen lassen sie die Köpfe hängen, doch dann wachsen sie, versicherte mir Peter Korn.

Ein Mal angießen
Gegossen wird nur am Beginn, damit werden die Wurzeln eingeschlämmt. Danach ist die Pflanze für die nächste Zeit sich selbst überlassen. Peter Korns Garten liegt in einer Gegend mit etwa 1400 mm Jahresniederschlag – da regnet es in vielen österreichischen Regionen deutlich mehr. Der Sand hält über Wochen die Feuchtigkeit. Die oberste Schicht trocknet rasch aus – und das ist auch gut so, damit gibt es praktisch kein Unkraut.

6. Im Herbst alle Pflanzenreste entfernen
Wichtigste Maßnahme für Korn ist das Entfernen von allen Pflanzenteilen und jeglichem Laub im Herbst, damit sich keine Humusschicht bildet. Er verwendet dafür einen Laubbläser. Würde man das nicht machen, würden diese Humus-Teile wie ein Docht wirken und das Beet rasch austrocknen lassen.

7. Nach 7 Jahren die oberste Schicht abtragen
Moos und Flechten, aber auch Staub und Pollen bilden über die Jahr hinweg eine zwei bis drei Zentimeter dicke Schicht. Sie wirkt wie Humus und saugt das Wasser aus dem Boden. Daher wird dieser verschmutzte Sand entfernt und neuer aufgetragen. So trocknet die oberste Schicht wieder ab und angeflogener Unkrautsamen hat keine Chance in dem trockenen Sand zu keimen.

Buchtipp:

Für intelligente Faule
In „Der Gartenflüsterer“ verrät Bestseller- und energieblog.at-Autor Karl Ploberger beste Kniffe für einen Wohlfühlgarten. Inkl. Step-by-Step Fotos.
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