Brauche ich wegen der Infrarotheizung mehr Strom?

Brauche ich wegen der Infrarotheizung mehr Strom?

Zahltag, Teil 2: Ein Jahr Infrarot- statt Gasheizung. Diesmal nehme ich meine Stromrechnung unter die Lupe. Und berichte über das veränderte Wohngefühl mit der „neuen“ Heizung.

Vor etwas mehr als einem Jahr habe ich die Heizung meiner kleinen Wohnung in der Josefstadt von einer Erdgastherme auf eine Infrarotheizung plus Elektroboiler umgerüstet. Nun habe meine Jahresabrechnung (abgelesen, nicht geschätzt) erhalten und es ist an der Zeit, ein erstes Fazit zu erstellen:
Anstelle einer getrennten Gas- und Stromrechnung, enthält die Stromrechnung meine gesamten Heiz- und Warmwassererzeugungskosten, sowie die Kosten für Licht und Multimedia, Waschmaschine, Mikrowelle und Elektroherd. Insgesamt lag der Jahresverbrauch bei 3.580kWh Strom, was ziemlich genau 1.600kWh mehr Stromverbrauch entspricht, als früher. (Erinnern Sie sich an die 1.600kWh, die ich in meinem letzten Beitrag erwähnt habe?).

Mein Gasverbrauch lag früher zwischen 4.500kWh und 5.000kWh, hier sieht man die deutlich effizientere Nutzung der etwas teureren Energieform „Strom“. Durch den Wegfall der Gasgrundkosten erhoffte ich mir, 1.600kWh mehr verbrauchen zu können, ohne mehr zu bezahlen – und das habe ich fast punktgenau erreicht. Das heißt, ich heize heute um das gleiche Geld, das ich früher allein für die Bereitstellung von Gas bezahlte (noch ohne den Gasverbrauch dazu zu rechnen).

Der Rechnungsbetrag belief sich auf € 616,19.-, somit ca. 17,21ct pro Kilowattstunde Strom. Monatlich zahle ich nun € 51.- (der monatliche Teilzahlungsbetrag war mit € 16,20.- viel zu niedrig angesetzt). Zwar ist mein Strombezug gestiegen, aber ich zahle nun rund € 23.- pro Monat weniger.

Die Schlüsselfrage: Ist eine Infrarotheizung günstiger als eine Gasheizung?

Die jährliche Ersparnis liegt nun bei ca. € 260.-, in 10 Jahren sind das € 2.600.-. Für manche ist das nicht viel und bei weitem nicht genug, um eine funktionierende (neue) Gastherme auszubauen. Geht es aber um eine Heizungserneuerung oder um einen Neubau, zahlt sich der Einbau einer Infrarotheizung aus.

Steuerung per Smartphone

Die monatlichen Kosten sind niedriger als die kumulierten Strom- und Gaskosten. Die Investition ist ungefähr die gleiche (bei der Wahl hochwertigster Infrarotpaneele). Optisch machen meiner Meinung nach die Glas- und Marmorpaneele auch mehr her als Heizradiatoren. Die Wartungstermine und Gebühren fallen weg und die Heizungssteuerung ist auch im 21. Jahrhundert angekommen, nämlich auf dem Smartphone.

Qualitative Vorteile

Dass die Infrarotheizung weniger Staub aufwirbelt, weil weniger Luft zirkuliert, und die Böden und Füße warm sind, nicht die Zimmerdecke, sind qualitative Vorteile für mich, die andere vielleicht anders werten würden. Dass die Fensterkästen nicht mehr knacksen, wenn die Heizwasserrohre sich aufheizen – weil diese nämlich nicht mehr da sind – ist ebenfalls ein angenehmer Effekt für mich.

Conclusio

Egal, ob das gesamte Heizsystem, wie in diesem Beispiel, auf Infrarotheizung basiert oder als Zusatzheizungen für Badezimmer oder für schlecht beheizte Räume, die Infrarotwärme ist nicht nur angenehmer, sie ist weitaus effizienter und günstiger im Betrieb, als eine Gasheizung.
Und wirklich optimal ist das Heizsystem schließlich, wenn es noch mit 100% Ökostrom betrieben wird…

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