Biologisch Gärtnern: Gut fürs Gesamt-System

Biologisch Gärtnern: Gut fürs Gesamt-System

Biologisch Gärtnern heißt, nachhaltig, und in Zusammenhängen denken. Und bringt nützliche Tiere und schöne Schmetterlinge in Ihren Garten.

„Kann der Flügelschlag eines Schmetterlings in Brasilien einen Tornado in Texas auslösen? So lautet die bildhafte Veranschaulichung des sogenannten Schmetterling-Effekts, demzufolge kleine Ereignisse innerhalb eines Gesamtsystems große Folgen haben können.

Schmetterlings-Effekt

An dieses Beispiel kann man auch beim biologisch Gärtnern denken. Das heißt nämlich auch, nachhaltig, und in Zusammenhängen zu denken. Jede Maßnahme, die man setzt, hat Auswirkungen auf viele andere Bereiche. Unsere Gärten bestehen nicht nur aus Bäumen, Sträuchern und Blumen – zum wahren Paradies wird ein Garten erst, wenn er mit Leben erfüllt ist. Daher sollte man schon bei der Planung auf das Gleichgewicht von Tieren und Pflanzen Rücksicht genommen. Ein gelungener Garte ist für mich vom Mensch geschaffen, dennoch aber ein Stück Natur.

Kleine Oasen fürs Tagpfauenauge

„Erlauben“ Sie etwa ein kleines wildes Eck, wo im Garten Brennnessel wachsen dürfen – und dort den Raupen des Tagpfauenauge Futter geben. Ist der schöne Schmetterling dann geschlüpft, sehen Sie einen positiven Schmetterlings-Effekt! Ganz einfach kann man man auch für andere kleine Tiere Lebensräume schaffen, bzw. „entstehen lassen“: So fühlen sich im Laub, das als Mulch unter einer Wildsträucherhecke liegen bleibt, Laufkäfer pudelwohl.

„Totholz“ als idealer Lebensraum

Auch alte Wurzelstöcke sollten im Garten bleiben dürfen, Baumteile verrotten, Äste und Laub – wie zufällig aufgeschichtet – liegen bleiben. Das wirkt auf den ersten Blick „unordentlich“? Schaut man sich dieses Eck genauer an, bewahrheitet sich der alte Spruch: „Es gibt nichts lebendigeres als ein Stück Totholz“. Pilze erobern schon nach kurzer Zeit das Holz und durchwachsen es mit ihrem Mycel. Etwa 25 Prozent aller in Mitteleuropa lebenden Käfer sind auf zerfallendes, verfaulendes und verrottendes Holz angewiesen. Und – als Teil der Nahrungskette – eine wichtige Grundlage für das Leben vieler anderer Tiere, die von diesen Insekten leben. So der Specht, der in alten Bäumen nach Larven sucht und zum Teil tiefe Löcher hämmert, die wieder Nistmöglichkeiten für andere Tiere bieten.

Hilfreich bei Wühlmausproblemen

Gerne verstecken sich in solchen Totholzhaufen Mauswiesel (ein wichtiger Regulator bei Wühlmausproblemen) und diverse Mäuse. Darunter auch die Haselmaus – ebenfalls ein kleiner aber wichtiger Schädlingsregulator, der gerne Raupen, Schneckeneier und viele andere Insekten vertilgt.

Wurzelstockgärten

Seit einigen Jahren sind in England „Wurzelstockgärten“ wieder in Mode gekommenen. Prinz Charles belebte diese viktorianische Tradition in Highgrove wieder, viele Gartenfans haben sich inspirieren lassen. Totholz bringt nicht nur eine besonders interessante Gestaltung in den Garten, es ist nach wenigen Monaten voller Leben. Besonders gut wachsen in den Wurzelzwischenräumen übrigens Farne, Funkien und natürlich im schattigeren Teil Efeu. Im Frühjahr fühlen sich in den Wurzelstöcken Leberblümchen, Veilchen, Buschwindröschen und Lerchensporne wohl.

Buchtipp:

Für intelligente Faule
In „Der Gartenflüsterer“ verrät Bestseller- und energieblog.at-Autor Karl Ploberger beste Kniffe für einen Wohlfühlgarten. Inkl. Step-by-Step Fotos.
BLV-Verlag

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