Recycling von EPS-Dämmungen

Recycling von EPS-Dämmungen

Ist die Entsorgung von EPS (gemein auch als Styropor bezeichnet) ein Problem?

Vor allem in sozialen Medien poppen immer wieder unsachgemäße Diskussionen zum Thema EPS-Entsorgung auf. Doch: EPS besteht zu etwa 98 Prozent aus Luft, die zwei Prozent Material können in den Rohstoffkreislauf zurückkehren, für neues und gleichwertiges EPS. In den Niederlanden entsteht derzeit eine EPS- Wiederverwertungsanlage, sie geht 2018 in Betrieb. Wir, die ARGE Qualitätsgruppe Wärmedämmsysteme, sind Mitglied der Non-Profit Genossenschaft PolyStyreneLoop.

Wieder-Verwertungsmöglichkeiten für EPS-Dämmungen

Auch wenn sich aufgrund der langen Lebensdauer der Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) die aktuellen Rücklaufmengen gering halten, gibt es Verwertungsmöglichkeiten ausgedienter EPS-Dämmungen aus WDVS. Solvolyse nennt sich die Lösung für eine nachhaltig EPS-Kreislaufwirtschaft. Die technische und wirtschaftliche Durchführbarkeit von EPS-Recycling wurde mit einer Pilotanlage (Bild unten) aufgezeigt. Basis dafür ist CreaSolv®, ein Prozess entwickelt vom Fraunhofer Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV.

Ziel: Alles im Kreislauf halten

Langfristig gesehen, soll überhaupt nichts mehr entsorgt werden. Ziel ist, alles was produziert wird, im Kreislauf zu halten. Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten für die Wiederverwertung von EPS:

  • rohstoffliche Verwertung: Zuführung aufbereiteten Materials in den Produktionskreislauf der Dämmstoffe (u.a. CreaSolv®-Verfahren).
  • von großer praktischer Bedeutung ist die energetische Verwertung: EPS kann z.B. zu einem Anteil von 2% des Brenngutgewichts mit dem Hausmüll restlos verbrannt werden.

Aufgrund der Langlebigkeit von qualitativ verarbeiteten WDVS gibt es aktuell ein sehr geringes Abfallaufkommen von EPS aus WDVS, selbst der Pilotanlage fehlte es an Material.

Da hier das Stichwort Flammschutzmittel themenschwer wiegt, weise ich darauf hin: Die Produktion von EPS in Österreich ist seit Anfang 2016 HBCD-frei.
Für älteres EPS gilt: Im CreaSolv®-Verfahren wird HBCD vom gelösten Polystyrol-Polymer getrennt. Bei der energetischen Verwertung wird HBCD vollständig zerstört.

Zur Erinnerung

Rund vierzig Prozent der verbrauchten Energie in Europa fallen auf den Gebäudesektor zurück. Das bedeutet, dass Klimaziele nur mit erheblichen Verbesserungen bei der Energieeffizienz im Gebäudebestand erreicht werden können. Daher mein Fazit: Dämmen macht Sinn.

Video-Tipp


In der Experimente-Show DämmWeise mit Kabarettist Martin Puntigam (bekannt von den Science Busters), habe ich übrigens diesen Rückgewinnungs-Prozess veranschaulicht.

>> zur Website von PolyStyreneLoop

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Verwandte Artikel