EU-Parlament: Neue Anreize zur CO2-Reduktion

EU-Parlament: Neue Anreize zur CO2-Reduktion

Nach dem Preissturz der CO2-Zertifikate beschloss das EU-Parlament einige Maßnahmen, die zusätzliche Anreize für Investitionen in umweltfreundliche Technologien schaffen sollen. Ziel ist, die CO2-Reduktion in den kommenden Jahren zu sichern.

CO2-Ausstoß verringern

Als es 2005 hieß, dass jede Tonne klimaschädlicher Gase mit einem Zertifikat belegt sein muss, kamen die größten Klimasünder aus der Energiebranche, danach der Industrie und schließlich aus Verkehr und Landwirtschaft. Maßnahmen zur Klimazielsetzung gingen dann vor allem zur Last von Fabriken und Kraftwerken, wobei Transport und Landwirtschaft verschont blieben. Die Umsetzung dieser Maßnahme brachte jedoch nicht die zuvor erhofften Ergebnisse. CO2-Zertifikate wurde im Durchschnitt um die 30 € pro Tonne gehandelt.

CO2-Zertifikate mit Preis-Schwankungen

Interessant ist, dass die Preise für CO2-Zertifikate seit 2011 nicht mehr eine zweitstellige Zahl erreicht haben. In letzter Zeit fielen sie auf acht Euro, davor hatten sie sich phasenweise sogar um die fünf Euro bewegt. Bei so tiefen Preisen, die vor allem durch einen Überschuss auf dem Markt verursacht wurden, empfanden viele Unternehmen keinen Anreiz, in umweltfreundliche Technologien zu investieren. Folgen der neuen Reform des EU-Parlaments: Standortverlagerungen ins Ausland. Deshalb wurde im November 2017 der Weg für eine Reform geebnet. Diese Reform soll den Klimaschutz auf Kurz und/oder Lang vorantreiben. Eine Absegnung kam dann Mitte Februar von 535 stimmberechtigten Abgeordneten in Straßburg. Die neuen Richtlinien der Reform gelten ab 2020 und sollen durch den Umbau des Handelssystems die Preise für Emissionsrechte erhöhen.

Die neue Reform

Die Regelung sieht unter anderem vor, jährlich einen Satz von 2,2% an CO2-Zertifikaten vom Markt zu nehmen. Zudem sollen Unternehmen aus der Zementindustrie und Klinkerindustrie gratis Zertifikate bekommen, da sie sich bereits nach dem neusten Stand der Technik richten. Kritik kommt sowohl von Grünen wie auch aus den Reihen der Industrie. Für die Grünen scheint der Prozentsatz der entzogenen Zertifikate zu niedrig. Die Industrieverbände kritisieren ungenügende Freiheit. Die größte Befürchtung ist eine mögliche Standortverlagerung der Produktion ins ferne Ausland. Besonders im Osten gibt es viele, für Investitionen offene Staaten, die weniger in den Klimaschutz investieren und dadurch mit CO2-Emissionen lockerer umgehen.

Was die Zukunft bringt und ob diese Reform so einschlagen wird, wie gehofft, muss man noch beobachten. Heute sehen wir zumindest die ersten Reaktionen nach der Regelung des EU-Parlaments. Man beobachte, wie die Preise für CO2-Zertifikate steigen.

2 Comments

  1. Christoph sagt:

    Sehr guter Artikel un interessantes Thema!
    Ich vestehe die Kritik aus dem Bereich der Industrie und Politik und die Produktion im Ausland wird damit noch intensiver gefördert.

  2. Jens sagt:

    Ich denke ehrlich gesagt nicht, dass diese Anreize wirklich auch ausreichend sein werden, dass die einzelnen Staaten auch wirklich konsequent eine Reduktion des CO2 verfolgen.

    Da müsste nämlich ein grundsätzliches Umdenken stattfinden und das erreicht man mit einem solchen Anreiz meiner Meinung nach nicht.

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