Ölheizungs-Verbot: Fakten-Check beim Haustechniker

Ölheizungs-Verbot: Fakten-Check beim Haustechniker

Ab 2019 sind Ölheizungen in Wien und Niederösterreich im Neubau verboten. Aber auch in anderen Bundesländern überzeugt günstige Energie aus der Natur immer mehr Ölheizungsbesitzer. Beim Haustechnik-Experten Horst Werderits gibt’s den Fakten-Check zum Umstieg.

„Achtung, jetzt wird’s spannend“, sagt Horst Werderits. Dann startet der Geschäftsführer des südburgenländischen Haustechnikunternehmens Samer das Berechnungs-Tool. Ihm gegenüber: Ein Kunde aus Stegersbach. Zuvor haben sie die Größe seines Einfamilienhauses eingegeben, und den Heizölverbrauch. „Wir haben in den 1970iger-Jahren gebaut. Damals war eine Ölheizung das komfortabelste und günstigste“, erzählt der Kunde.

Auf in neue Zeiten!

Die Folgen fossiler Brennstoffe für die Umwelt sind bekannt – und günstig ist Öl auch nicht mehr. „Wir wollen zeitgemäß heizen“, wünscht sich der Herr aus Stegersbacher. Und sagt, als ihm Horst Werderits das Ergebnis des Berechnungs-Tools zeigt: „Echt net schlecht.“ Mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe würde er seinen CO2-Ausstoß auf 1,8 Tonnen pro Jahr senken. 5,6 Tonnen wären es mit einer neuen Ölheizung. 8,6 Tonnen CO2 bläst er mit seiner derzeitigen Ölheizung in die Atmosphäre. Die CO2-Emission eines Durchschnittsösterreichers beträgt übrigens rund neun Tonnen – inkl. PKW, Flugreisen, etc.

Finanz-Fragen

„Aber wie schaut das Finanzielle aus?“ „Wenn du alles beim Alten lässt, hast du vorerst Null Investitions-Kosten“, sagt Horst Werderits. „Zahlst aber jedes Jahr über 3.000 Euro Heizkosten. Eine neue Ölheizung kostet dich ungefähr 11.300 Euro. Die Heizkosten wären dann: 2.211 Euro. Mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe heizt du sauber mit Öko-Strom – und die Heizkosten sind am niedrigsten, da zahlst du nur 808 Euro pro Jahr. “ Woher Werderits das weiß? „Wir nehmen den Wirkungsgrad der Ölheizung her: 1 Liter Öl bringt bei diesem Kessel 10 KW Heizleistung. Bei der Luft-Wasser-Wärmepumpe bringt 1 KW Strom 3,5 KW Heizleistung. Wir kennen die Ölpreise, die Strompreise und den Heizleistungsbedarf des Hauses. So lässt sich alles genau berechnen.“

Langfristige Unterschiede

Nach 10 Jahren ist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe trotz Anschaffungskosten von 18.400 Euro die günstigste Variante: 27.252 Euro für Kauf, Installation, Service und 10 Jahre Heizung & Warmwasser – außerdem gibt es Fördergeld, das in dieser Rechnung noch gar nicht aufscheint. Dem gegenüber stehen 36.499 der alten Ölheizung und 37.347 beim Umstieg auf eine neue Ölheizung. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe führt das Ranking auch in Punkto Umwelt-Auswirkungen klar an. Öko-Bilanz nach 25 Jahren: „45 Tonnen CO2-Ausstoss, oder 140 bzw. 215 Tonnen – das ist schon ein Unterschied.“

Förderungen nutzen

Wer auf saubere Heiz-Energiequellen umsteigt, bekommt Förder-Geld: Mit 5.000 Euro „Raus aus Öl“ – Bonus stärkt auch die „Sanierungsoffensive“ den Fokus auf Ersatz von Ölheizungen. Die Aktion ist befristet bis 28.2.2019. Alle Infos dazu finden Sie hier.

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